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Pfarrerin Gabriele Scheid aus Berge geht in den Ruhestand

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Von: Christine Thiery

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Pfarrerin Gabriele Scheid verlässt nach sechs Jahren das historische Berger Pfarrhaus und geht in den Ruhestand.
Pfarrerin Gabriele Scheid verlässt nach sechs Jahren das historische Berger Pfarrhaus und geht in den Ruhestand. © Christine Thiery

Pfarrerin Gabriele Scheid aus Berge geht in den Ruhestand. Nach sechs Jahren sagt die Seelsorgerin ade. Sie wird dann nach Kassel ziehen.

Berge – In den Lockdowns der Coronazeit fuhr sie mit ihrem E-Bike durch die Dörfer und sprach mit den Menschen ihrer Gemeinde im Freien, fragte sie nach ihren Sorgen und Problemen. Diese Gespräche am Gartenzaun seien sehr wichtig gewesen. „Seelsorge ist mein Herz-Stück“, sagt die Berger Pfarrerin Gabriele Scheid. Nach sechs Jahren Amtszeit im Kirchspiel Berge geht die 63-Jährige in den Ruhestand.

Gabriele Scheid scheidet am Dienstag, 1. November, aus dem aktiven Dienst. Die vergangenen Jahre haben ihr privat viel abverlangt, sie hatte bereits zu Beginn ihrer Amtszeit in Berge den Tod ihres zweiten Mannes zu verarbeiten. Wegen ihm hatte sie die Stelle in Berge angetreten, war von Herborn nach Nordhessen gezogen. Das aber hat sie aber bis heute nicht bereut. Die schöne Landschaft hat es ihr angetan. Daher will sie auch in der Nähe bleiben, sie zieht demnächst aus dem Schwalm-Eder-Kreis nach Kassel.

Gabriele Scheid aus Berge wurde mit 31 Jahren Pfarrerin

Geboren wurde Gabriele Scheid in Nassau, sie studierte später in Göttingen, Marburg und Mainz Theologie und wurde mit 31 Jahren Pfarrerin. Damals hatte sie bereits drei Kinder. Ihr erster Mann war ebenfalls Pfarrer von Beruf. Stationen ihres beruflichen Wirkens waren Offenheim, Büdingen, Okriftel, Strinz-Trinitatis bei Hünstetten und Herborn. Dazwischen nahm sie ein Sabbatjahr, verbrachte einen Teil davon in einem Kloster in Schwanberg. Dort hält sie sich auch heute noch regelmäßig auf. Seit 23 Jahren besucht sie immer wieder Klöster, bot Meditationsfreizeiten. „Meditation und Gebet sind für mich eine lebendige Quelle“, schreibt sie im Gemeindebrief.

Sie leitet selbst christliche Meditationen an, hat zudem Weiterbildungen in klinischer Seelsorge absolviert und ist Spiel- und Theaterpädagogin. Letzteres setzte sie bei der Gestaltung der Gottesdienste ein, auch beim Krippenspiel. Kinder- und Familienarbeit liegen ihr besonders am Herzen.

Der Kirchenvorstand hat Gabriele Scheid unterstützt

Aber auch in der Sterbebegleitung sah sie immer eine wichtige Aufgabe. „Es ist gut, wenn noch mal jemand von außen dabei ist, der den Sterbenden und auch den Familien beim Loslassen hilft.“

Zu ihren Aufgaben gehörte die Diakoniestelle in den Baunataler Werkstätten. Der Kontakt zu den Menschen mit Behinderungen in den Einrichtungen in Malsfeld und Baunatal habe ihr selbst immer viel gegeben. Diese Menschen hätten unverstellte Seelen: „Das ist die reine Verbundenheit.“

Sie habe gerade vom Kirchenvorstand viel Unterstützung bekommen, besonders Rainer Thielmann hebt sie hervor, der sie im Sekretariat unterstützt habe. Das habe es ihr leicht gemacht einzusteigen. Thielmann zählte zu ihren wichtigsten Wegbegleitern im Kirchspiel.

Gabriele Scheid bleibt in Klöstern weiter aktiv

Gerade erst wurde die Zusammenlegung der Kirchspiele Berge und Caßdorf auf den Weg gebracht. Nun werden Berge, Mardorf, Lembach sowie Caßdorf, Holzhausen, Lützelwig, Mühlhausen und Roppershain von Berge aus geleitet. Zum 1. Januar 2023 werden die Pfarrstellen Berge und Caßdorf fusioniert und die Stelle wird neu ausgeschrieben.

Mit ihrem frisch gekauften Wohnmobil will die Pfarrerin demnächst viel erkunden. Auch mit ihren fünf Enkeln war sie damit schon unterwegs. Aktiv will sie auch weiter in Meditationsfreizeiten in Klöstern bleiben und Kurse anbieten. Und sie ist sich sicher, da kommt noch mehr: „Wer die Seelsorge als Berufung hat, der bekommt immer Aufgaben vor die Füße gelegt.“ (Christine Thiery)

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