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Polizei warnt vor Enkeltrick: Betrüger nutzen den Messenger Whatsapp

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Von: Lea Beckmann

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Whatsapp-Symbol auf einem Handy.
Auch bei WhatsApp versuchen Betrüger inzwischen an Geld zu kommen. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Die Enkeltrick-Betrüger gehen mittlerweile auch im Schwalm-Eder-Kreis neue Wege. Sie nutzen nun den Messenger Whatsapp.

Schwalm-Eder – Das „nimmt massive Formen an“, sagt Lars Ebert vom Fachkommissariat für Betrugs- und Internetkriminalität der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg. Die Täter wenden den Enkeltrick nun über den Messengerdienst Whatsapp an.

Im Schwalm-Eder-Kreis habe es seit Mai dieses Jahres schon 67 Fälle des Enkeltricks über Whatsapp – auch „Enkeltrick 2.0“ genannt – gegeben. „Davon wurden 28 vollendet“, sagt Ebert. In diesen Fällen sei es also zur Überweisung von Geld gekommen. Zwischen 2000 und 5000 Euro würden bei diesen Fällen überwiesen. „Wir sprechen hier also von nicht geringen Beträgen“, sagt Ebert.

Die Betrüger schreiben eine Nachricht über Whatsapp im Namen einer Tochter, eines Sohnes oder eines anderen Familienangehörigen an das Opfer. Dem erklären sie, dass sich die eigene Handynummer geändert habe, weil sie ihr altes Handy verloren hätten – und dass sie nun dringend Geld bräuchten. „Für uns ist es sehr schwierig, diese Betrüger zu schnappen“, sagt Ebert. Wenn das Opfer den erfolgreichen Betrug gemeldet hat, dann erfasse die Polizei sofort eine Strafanzeige. „Wir prüfen die Telefonnummer und verfolgen das Geld, das überwiesen wurde“, erklärt Ebert.

Enkeltrick über Whatsapp: Polizei ist auf Prävention angewiesen

Doch dabei stünden die Polizeibeamten vor vielen Hürden. Die Betrüger nutzen spezielle Sim-Karten für das Handy, bei denen die Nummern nicht zurückverfolgt werden können. „Bei den Geldüberweisungen arbeiten die Betrüger meist mit ausländischen Bankverbindungen oder mit einem sogenannten Finanzagenten“, sagt Ebert. Das ist ein Zwischenmann, der das Geld dann an den Betrüger weiterleitet.

Der Polizei sei es daher noch nicht gelungen, einen Betrüger zu entlarven. „Es sind einfach aufwendige Ermittlungsarbeiten, wir sind daher auf Prävention angewiesen und können nur so gegen die Betrüger vorgehen.“ Das habe sich auch bei den Enkeltricks per Telefon gezeigt. Diese kämen kaum noch vor, da die Menschen aufgeklärt seien.

Tipps gegen den Enkeltrick per Whatsapp

Wenn man eine verdächtige Nachricht erhält, rät die Polizei dazu, in jedem Fall sein Kind oder Verwandten über die alte, bekannte Handynummer anzurufen. Wenn dort niemand erreichbar ist, soll man Kontakt zur Polizei aufnehmen. Die Polizei appelliert, dass man in keinem Fall Geld überweisen soll. Falls man auf den Betrug hereinfällt, immer die Polizei kontaktieren. „Viele machen das nicht aus Scham, daher ist die Dunkelziffer noch höher“, sagt Lars Ebert.

(Lea Beckmann)

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