Nicht der richtige Klaus Bölling

Post von der "Bild": Homberger mit Regierungssprecher verwechselt 

Homberg/Berlin. Das passiert auch nicht jeden Tag, dass der Chefredakteur der Bild-Zeitung schreibt. Klaus Bölling aus Homberg ist das passiert.

Kai Diekmann hat ihm zum Geburtstag gratuliert. Das Problem: Klaus Bölling aus Homberg hatte an diesem Tag überhaupt nicht Geburtstag, und 86 Jahre alt ist er noch lange nicht, sondern gerade einmal 52.

Die Erklärung für den Brief, der per E-Mail beim Homberger Grünen-Stadtverordneten eintraf, ist ziemlich simpel: Es gab noch einen Klaus Bölling, der - ohne dem Homberger zu nahe zu treten - ungleich berühmter war. Dieser war der Journalist und Regierungssprecher unter Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Klaus Bölling 2: Wohnt in Homberg, 52 Jahre alt. Archivfoto: Gewert

Dieser Klaus Bölling ist mittlerweile verstorben, genauer gesagt am 1. November dieses Jahres. Der Fauxpas mit dem Brief muss offenbar im Büro des Bild-Chefs in Berlin geschehen sein, denn von einer Mitarbeiterin stammte die Mail mit dem angehängten Diekmann-Brief.

Man kann nur mutmaßen, dass sich dort jemand im Internet auf die Suche nach einer passenden Mail-Adresse machte. Vielleicht ist diese Person auf die liebevoll gestaltetete Seite www.boelling.de gestoßen. Allerdings wäre bei genauerem Hinsehen schnell aufgefallen, dass der Ex-Regierungssprecher nicht in Homberg wohnte, nicht bei den Grünen war, keine Aquarelle malte, keine nordhessischen Regionalkrimis schrieb und schon gar nicht Krankenpfleger und Betriebsrat in einer Klinik war.

Klaus Bölling 1: Kürzlich verstorbener Journalist. Foto: dpa

Vielleicht war es so, vielleicht war es aber auch ganz anders. Fest steht jedenfalls, dass Klaus Bölling aus Homberg den Brief bekam und - wie er erzählt - auch beantwortete und darauf hinwies, dass er der falsche Adressat sei. Doch eine Antwort habe er darauf nicht mehr erhalten.

Hin und wieder sei er auf seinen prominenten Namensvetter angesprochen worden, erzählt Bölling. Das sei jedoch im Laufe der Jahre seltener geworden. Die einprägsame Adresse im Internet habe er sich schon früh gesichert. Es komme immer mal wieder vor, dass er darüber fehlgelaufene Mails bekomme, die für eine Druckerei gedacht sind.

Wie dem auch sei: Im kommenden Jahr, da kann man sich ziemlich sicher sein, wird Klaus Bölling keine Geburtstagspost von Deutschlands größter Zeitung erhalten.

Von Olaf Dellit

Rubriklistenbild: © dpa

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