Er hat viel bewegt

Psychosoziales Zentrum: Geschäftsführer Karl-Otto Cyriax geht in Ruhestand

Karl-Otto Cyriax steht vor einem Schild des Psychosozialen Zentrums in Melsungen.
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Wegbegleiter der ambulanten Hilfen für psychisch Kranke im Kreis: Karl-Otto Cyriax, Geschäftsführer des PSZ Schwalm-Eder-Nord geht in den Ruhestand.

Er hat einen großen Anteil daran, dass psychisch Kranke im Landkreis bessere Bedingungen haben, am normalen Leben teilzunehmen. Karl-Otto Cyriax, der Geschäftsführer des Psychosozialen Zentrums Schwalm-Eder-Nord geht in den Ruhestand.

Fritzlar/Homberg/Melsungen - Für sein Wirken erhielt er vor kurzem die Ehrennadel des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Seit 27 Jahren gibt es das Zentrum mit den drei Standorten in Melsungen, Homberg und Fritzlar im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis. „Ziel war es zu Beginn, psychisch Kranke aus den Anstalten zu holen und sie zu betreuen, damit sie ein weitgehend eigenständiges Leben führen können“, sagt Cyriax. In den ersten Jahren habe man sich zunächst um die hospitalisierten älteren Kranken gekümmert. Heute seien es vermehrt junge Menschen, die aus psychischen Gründen nicht mit dem Leben klar kämen und fachliche Hilfe benötigten. Viele hätten eine Menge Probleme wie Drogen, Schulden, Streit mit der Familie und Freunden oder keine Arbeit. Die Folge seien Vereinsamung, innere Migration und psychische Probleme.

Die ambulante Versorgung wurde seit den achtziger Jahren schrittweise ausgebaut. In den offenen Treffs der Kontakt- und Beratungsstellen finden die Betroffenen niederschwellige Beratung, bei denen sie sich informieren und erste Kontakte knüpfen können. Regelmäßig betreut das PSZ 160 Klienten, 40 Menschen nehmen die Angebote der Tageseinrichtungen wahr. Insgesamt würden 3000 Kontakte pro Jahr gezählt.

Der 63-Jährige stieg im April 1988 mit 29 Jahren als Sozialpädagoge in den AKGG, Allgemeine gemeindenahe Gesundheitsvorsorge, in Melsungen ein und betreute Jugendliche. Er schloss ein Studium der Informationsorganisation an und wechselte mit Anfang 30 zur organisatorischen Arbeit des Vereins, aus dem später das PSZ hervorging.

Cyriax übernahm die Geschäftsführung des PSZ im Jahr 2010. Er habe die Bedingungen geschaffen, dass seine Kollegen die soziale Arbeit übernehmen können. Ein Meilenstein sei das Bundesteilhabegesetz, das Behinderten mehr Möglichkeiten einräumt, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wenn Cyriax zurückblickt, dann hat er einiges geschafft: Mit dem Liobahaus in Fritzlar, dem Neubau im Memelweg in Homberg und dem neuen Standort an der Stadthalle in Melsungen an der Rothenburger Straße seien in dieser Zeit Räume entstanden, in denen die Aufgaben gut wahrgenommen werden könnten. Für den Landeswohlfahrtsverband als Träger sei das PSZ ein wichtiger Partner geworden. Während seines Wirkens sei der Umsatz von 600 000 Euro auf 2,5 Millionen Euro gestiegen. Umsatz sei kein Ziel des PSZ, aber ein Indikator für dessen Entwicklung, sagt Cyriax.

Jetzt möchte er sich seinen Hobbies widmen: Segeln ist seine große Leidenschaft. Er hat etwa 15 000 Seemeilen in den vergangenen 30 Jahren zurückgelegt und es sollen noch mehr werden. Seit seiner Herzerkrankung geht er zum Golfen und hilft seiner Frau beim Imkern. Er möchte sich bei der Tafel in Kassel engagieren und sich mehr um Haus und Hof kümmern. Cyriax wuchs in Singlis auf und lebt nun mit seiner Frau in Kassel. Seine Nachfolge wird Silke Entzeroth übernehmen, die bereits seit 2020 weitere Geschäftsführerin des PSZ ist. (Christine Thiery)

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