Die Schwalm bekommt in Gombeth mehr Platz

Raus aus dem Flussbett

Sie haben sich an der Schwalm umgesehen und die Baupläne vorgestellt: (von links) Sascha Krone (Ortsvorsteher Gombeth), Wilfried Völker (Leiter Bauverwaltung Stadt Borken), Thomas König (Projektleiter), Carsten Schletzke (Vorsitzender Bauausschuss), Friedhelm Knigge (Erster Stadtrat), Peter Kugler (Wasserverband Schwalm), Michael Kann (Planungsbüro Wertschöpfung). Foto: Laumann

Gombeth. 97 Kilometer ist die Schwalm von der Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in die Eder lang. An vielen Stellen ist der Fluss in ein starres Korsett gezwängt und kann sich nicht ausdehnen.

So auch auf dem etwa einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Gombeth und der neuen Mühle Gombeth. Das soll sich jetzt ändern. Der Fluss soll dort einen natürlichen Lauf bekommen.

Das wird gemacht 

Entlang des Flusses werden Buchten und Mulden angelegt. An mehreren Stellen werden die Ufer abgeflacht und Altarme angelegt. Durch den Einbau von Totholz und Wasserbausteinen soll sichergestellt werden, dass die Schwalm wieder zu einem natürlichen, geschlängelten Flusslauf zurückfindet. „Es geht darum, dem Gewässer wieder Entwicklungsmöglichkeiten zu geben“, erklärt Peter Kogler vom Wasserverband Schwalm.

Tiere und Pflanzen 

Die Planer hoffen, durch die baulichen Veränderungen den Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen zu verbessern. Insbesondere Binsen, Schilf und Iris sowie Amphibien sollen profitieren. DER HOCHWASSERSCHUTZ

Die Renaturierung der Schwalm hat einen „sehr positiven Nebeneffekt“, wie Thomas König von der Stadt Borken sagt. Sie unterstützt den Hochwasserschutz in Gombeth. Wenn die Schwalm etwa aufgrund von Starkregen zu viel Wasser führt, hat sie nun Platz, sich über die flacheren Ufer auf die angrenzenden Wiesen auszudehnen. Dort steht das Wasser, bis es wieder abfließen kann, die Schwalm wird dadurch entlastet. „Jeder Kubikmeter Wasser, der so aufgefangen wird, kann dann im Ort nicht mehr für Schaden sorgen“, sagt Michael Kann vom Planungsbüro Wertschöpfung aus Borken. Die Kosten 

Für die Renaturierung der Schwalm hat Borken 132 000 Quadratmeter Land gekauft. Inklusive Grunderwerb belaufen sich die Kosten auf 540 000 Euro. Das Land übernimmt 87,5 Prozent. Das Geld stammt aus dem Programm zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz. Stadt und Schwalmverband zahlen je 38 000 Euro. Die Stadt hat ihren Beitrag in Form von Grundstücken erfüllt.

Der Zeitplan

„Renaturierung ist ein dynamischer Prozess, der permanent weitergeht“, sagt Peter Kogler. Der Bauabschnitt in Gombeth soll Anfang November abgeschlossen sein. Bis der ganze Fluss sein starres Korsett verloren hat, dauert es noch einige Jahre. „Das ist eine Jahrhundertaufgabe.“

Gombeth. 97 Kilometer ist die Schwalm von der Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in die Eder lang. An vielen Stellen ist der Fluss in ein starres Korsett gezwängt und kann sich nicht ausdehnen. So auch auf dem etwa einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Gombeth und der neuen Mühle Gombeth. Das soll sich jetzt ändern. Der Fluss soll dort einen natürlichen Lauf bekommen.

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