Recycling mal ganz anders: Schmuckherstellung

Kapseln in vielen Farben sind die Grundlage für den Schmuck, den Manfred Müller herstellt und heute beim Nachtmarkt anbietet. Foto: Thiery

Homberg. Die Homberger kennen Manfred Müller als Tischtennisspieler und Lehrer: Jetzt will er sich ihnen auch als Schmuckhersteller präsentieren.

Seit einem Jahr hämmert der Pensionär auf gebrauchten Aluminium-Kaffeekapseln herum, verziert sie mit Perlen und Drähten und fertig daraus, Ohrringe und Ketten, Anhänger und Ringe in vielen Farben und Formen.

Die stellt er am Donnerstag beim zweiten Nachtmarkt auf dem Homberger Marktplatz erstmals zum Verkauf aus.

Vor einem Jahr entdeckte der 70-Jährige sein neues Hobby. Warum er sich plötzlich dafür so interessierte, weiß er eigentlich selbst nicht mehr so genau. Seine Tochter Katja, erzählte davon, aus den bunten Aluminiumkapseln Schmuck zu fertigen.

Er las darüber in der Zeitung und traf sich mit der Frau, die in dem Artikel mit dem kreativen Hobby beschrieben wurde. „Sie zeigte mir einiges und irgendwie bekam ich Lust, das auszuprobieren“, sagte er. Das einzige Problem war, er hat keine solche Kaffeemaschine und wusste nicht woher er die benutzten Pads bekommen soll. Schließlich sammelte eine Bekannte für ihn den Abfall. Die kleinen Aluminiumbehälter seien aus Umweltgründen sehr umstritten. „So werden sie wenigstens noch einem sinnvollen Zweck zugeführt“, sagt er.

In Sachen Schmuck aus Kaffeekapseln hat er schon einiges ausprobiert: Er stanzt Formen aus den bunten Minitöpfchen, rollt sie, klopft sie mit der Zitruspresse flach, mixt Formen und Farben, verziert sie, klebt und hängt bunte Anhänger daran. „Es wurde immer mehr“, sagt er und schaut auf die bunte Sammlung. „Meine Frau hat schon gesagt, jetzt reicht es aber, wo sollen wir mit den ganzen Zeug hin?“, sagt er und lacht.

Eigentlich habe er ja nur ausprobieren wollen, wie das funktioniert. Er besuchte Märkte und holte sich Ideen, stöberte im Netz und bezog zusätzliches Material wie Anhänger und Ketten bei einem Internetanbieter. Müller wundert sich selbst ein bisschen über seine neue Leidenschaft. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so was filigranes mit meinen Händen herstelle“, sagte der ehemalige Lehrer der Erich-Kästner-Schule, der Englisch, Sozialkunde und Sport unterrichtete.

Handwerklich sei er bislang nie sehr begabt gewesen. Das scheint aber nur er so zu sehen: Simone Bressan vom Stadtmarketingverein, der den Homberger Nachtmarkt organisiert, hatte davon gehört und fragte ihn, ob er seinen Schmuck ausstellen möchte. So ganz sicher sei er sich zunächst nicht gewesen. Jetzt will er es aber wagen. „Ich bin neugierig, ob meine Arbeit ankommt“, sagt Müller.

Termin: Der zweite Homberger Nachtmarkt findet Donnerstag von 17 Uhr bis 22 Uhr auf dem Marktplatz statt. Das Angebot habe man noch erweitert, sagt Simone Bressan vom Vorstand des Stadtmarketings. Neben Getränken und kulinarischen Köstlichkeiten soll es auch Kunsthandwerksstände geben. Auf der Bühne stehen wird die Band Ladies & Gentlemen.

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