Regionale Produkte im Hofladen

Regionale Produkte für Leib und Seele: Ecklädchen in Wernswig startet durch

Haben einen Schweinestall zum Hofladen umgebaut: von links Harald Bernhardt mit seiner Partnerin Viola John und Sascha Henschke-Meyl im Ecklädchen.
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Haben einen Schweinestall zum Hofladen umgebaut: von links Harald Bernhardt mit seiner Partnerin Viola John und Sascha Henschke-Meyl im Ecklädchen.

Das Ecklädchen Laib und Seele in Wernswig lässt in Sachen regionale Produkte kaum einen Wunsch offen. Es läuft so gut, dass nicht nur eine weitere Mitarbeiterin eingestellt, sondern auch der Laden erweitert werden soll. 

Wernswig – Mit einem halben Hektar Möhren und einem Straßenverkauf fing alles an. Jetzt, ein knappes Jahr später, haben Sascha Henschke-Meyl, Harald Bernhardt und Viola John mehrere hundert Produkte von etwa 25 Händlern im Angebot. Das Wernswiger Ecklädchen „Laib und Seele“ brummt. So gut, dass nur zwei Monate nach Eröffnung eine weitere Mitarbeiterin eingestellt werden soll.

Eigentlich hatte das Team Interesse daran, den Edeka im Ort wiederzubeleben. Das jedoch hätten sie finanziell nicht stemmen können, erzählt Harald Bernhardt. Weil der Straßenverkauf ihrer selbst gezogenen, ungespritzten Karotten so gut lief, verkauften sie auch noch Kartoffeln und Kohl. „Wir hatten Abnehmer ohne Ende“, sagt Henschke-Meyl. Und dann? „Dann haben wir einen alten Schweinestall umgebaut.“

Dreieinhalb Monate lang wurde auf dem Hof von Bernhardt und John gewerkelt. 14 Container Erde schafften sie aus dem Stall, senkten den Boden ab, bauten Regale, besorgten Theken, holten Händler an Bord. Alles in Eigenleistung. Der Bioanteil der regionalen Produkte im Hofladen liege bei 80 Prozent. Manche kannten sie, auf andere stießen sie durch Zufall. Von Anfang an aber habe festgestanden: „Wir wollen denen eine Plattform bieten, die in der Region produzieren“, sagt Bernhardt. Über die Ladentheke gehen unter anderem Marmeladen, Nudeln, Liköre, Fisch, Fleisch und Backwaren. „Nur unsere Idee mit den Getränken ist nicht so gut angekommen“, sagt Henschke-Meyer. Die trinken sie nun einfach selbst.

Der neue 43 Quadratmeter große Treffpunkt wird von Viola John gemanagt. Sie kümmert sich um Bestellungen, Lieferungen, Kunden. Sie habe dafür ihren Job gekündigt. „Es muss sich also rechnen, was wir machen“, sagt Bernhardt. Die Männer sorgen für Nachschub, sollten die Brötchen an einem Samstagmorgen doch schneller ausverkauft sein als geplant, bauen Gutscheine aus Holz, netzwerken.

Bis zu 90 Kunden kämen im Durchschnitt an einem Samstag. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt John. Die Besucher stammten aus Gudensberg, Kassel, Melsungen. „Wir haben einen Ort geschaffen, an dem regionale Produkte zusammengefasst sind“, sagt Henschke-Meyl. Das scheine sich auszuzahlen. „Wir dachten, wir sind ein Kleinunternehmen. Das klappt aber nicht“, sagt er und lacht.

Das Team freut sich, dass das Ecklädchen so gut angenommen wird. Sobald die Pandemie es zulässt, wollen sie ein Gartencafé einrichten. Einmal im Monat soll ein Frühstücksbrunch angeboten werden. Vom Edeka hätten sie die Würstchenbude übernommen, Vereine könnten ihre Getränke über den Hofladen bestellen. Derzeit arbeitet Bernhardt an einem Zugang von der Sondheimer Straße. Der Weg führt künftig durch die Scheune, in der neben einem Büchertauschregal auch Obst, Blumen, Tierfutter angeboten werden sollen – und anschließend ins Ecklädchen. Dann hofft das Team auf noch mehr Kunden und noch viel mehr positive Rückmeldungen. (Chantal Müller)

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