Förderverein fordert Öffnung

180 Menschen demonstrieren in Rengshausen für Öffnung des Schwimmbads

Empörung bei vielen Rengshäusern: Sie wollen, dass ihr Freibad öffnet und demonstrierten mit Plakaten am Bürgerhaus in Rengshausen vor der Gemeindevertretersitzung.
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Empörung bei vielen Rengshäusern: Sie wollen, dass ihr Freibad öffnet und demonstrierten am Bürgerhaus in Rengshausen vor der Gemeindevertretersitzung.

Vor dem Bürgerhaus in Rengshausen forderten die 180 Bürger von der Gemeinde, dass das Freibad so bald wie möglich für Badegäste geöffnet wird.

Knüllwald – „Wir wollen schwimmen, wir wollen schwimmen.“ Mit Sprechchören, Trillerpfeifen und Plakaten wurden die Knüllwälder Gemeindevertreter am Mittwoch, 24. Juni, vor dem Rengshäuser Bürgerhaus zu Beginn ihrer Sitzung empfangen. Etwa 180 Anhänger des Freibades in Rengshausen hatten sich zu einer Demonstration versammelt und machten mächtig Lärm. Sie wollen, dass die Gemeinde das Freibad so bald wie möglich und noch in diesem Sommer für den Badebetrieb öffnet.

Hintergrund für die Demo war der bis dahin unbeantwortete Antrag des Fördervereins Freibad an den Gemeindevorstand. Der Verein hatte dem Gemeindevorstand vor eineinhalb Wochen ein Hygienekonzept für das Freibad vorgelegt, das einen Badebetrieb ermöglichen könnte und seine Hilfe an der Umsetzung angeboten. Es kam keine Antwort. Für die Mitglieder des Fördervereins war das eine große Enttäuschung, aus ihrer Sicht zeuge das von Ignoranz.

„Da wird das Ehrenamt mit Füßen getreten“, sagte Kai Mausehund vom Förderverein empört. Der Wille, das Bad gerade jetzt zu öffnen, ist groß und die Zeit drängt, weil es einiger Vorbereitungen bedarf – das Hauptargument des Vereins. Viele Familien haben unter dem Lockdown gelitten, die Kinder sollten wenigstens in den Sommerferien die Möglichkeit zum Baden bekommen, hieß es.

Demo in Rengshausen hat Erfolg: Gemeinde und Förderverein setzen sich an einen Tisch

Diesen Protest konnten und wollten die Parlamentarier nicht ignorieren und einigten sich darauf, in möglichst kurzer Zeit mit Förderverein und einigen Gemeindevertretern nochmals über eine mögliche Öffnung zu beraten. Das war das Ergebnis einer kontroversen und teils emotionalen Diskussion.

Empörung bei vielen Rengshäusern: Sie wollen, dass ihr Freibad öffnet und demonstrierten am Bürgerhaus in Rengshausen vor der Sitzung der Gemeindevertreter.

Bürgermeister Jürgen Roth hatte nochmals die Fakten auf den Tisch gelegt und die für ihn unglückliche Situation der überraschend schnellen Freigabe zur Öffnung erläutert. Die Gemeinde sei davon ausgegangen, dass der Badebetrieb bis zum 5. Juli verboten ist und hatte den Betrieb der Bäder für die gesamte Saison eingestellt, auch weil sich eine Öffnung danach wegen der Kürze der Saison nicht lohnen würde.

Demo für Öffnung von Schwimmbad in Rengshausen: Gesundheitsamt hat Hygienekonzept des Fördervereins abgesegnet

Das Gesundheitsamt habe das Hygienekonzept des Fördervereins allerdings als stimmig erklärt, sagte Roth. Dennoch habe sich der Gemeindevorstand zunächst darauf geeinigt, dass der Badebetrieb nicht erlaubt werden solle. Er hätte sich gewünscht, bei der Beratung des Vereins über das Hygienekonzept eingeladen zu werden. Er hätte den Verein immer durchgängig informiert, so Roth.

Sven Nuhn, 2. Vorsitzender des Fördervereins, beschwichtigte in seinem Redebeitrag während einer Sitzungsunterbrechung. Er könne die Historie des Verlaufs verstehen. Aber die Lage habe sich verändert. Der Förderverein sei bereit, die Badeaufsichten auszuweiten und sich noch mehr zu engagieren, als dies das bisherige Konzept vorsehe. „Wir wollen bei Inbetriebnahme und Betrieb unterstützen.“ René Liehmann (CDU) sieht es als nötig an, zu prüfen, ob und wie eine Öffnung noch umsetzbar sei. Das sieht Karl-Heinz Steuerwald (SPD) ebenso: „Die Frage ist: Geht es oder geht es nicht?“ Das Thema müsse versachlicht werden, sagte Christina Stein (SPD). Die Folgen des Lockdowns seien für Familien nicht unerheblich. „Wir müssen ein Zeichen an den Förderverein geben und uns reinhängen“, sagte Sebastian Möller (SPD).

Für Jörg Vollbrecht (SPD) ist eine Öffnung eine finanziell zu hohe Belastung für die kurze Saison. Es müssten auch unangenehme Entscheidungen getroffen werden. Jörg Siebald (UKW) sieht eine Öffnung vor dem Hintergrund der finanziellen Belastung wegen der Coronakrise und der Kürze der Zeit eher skeptisch. Es sei fraglich, ob man den personellen Aufwand stemmen könne.

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