Nistplätze fehlen

Seltener Anblick: 15 Schwalbennester an einem Haus in Roppershain

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Zwei der 15 Schwalbennester: Am Fachwerkhaus der Familie Rose in Roppershain bei Homberg fühlen sich die Schwalben sichtlich wohl und kommen jedes Jahr wieder. 

Roppershain. Das ist inzwischen ein ungewohnter Anblick: 15 Schwalbennester hängen zurzeit am Haus der Familie Rose im Homberger Stadtteil Roppershain.

Ihr Haus ist das einzige in der Nachbarschaft, an dem sich die Vögel angesiedelt haben.Besonders an der Vorderseite scheint es den Schwalben zu gefallen, dort befinden sich die meisten Nester. „Sie kommen seit mehreren Jahren schon wieder, aber in diesem Jahr sind es mehr geworden“, sagte Monika Rose. Die Vögel selbst und die Nester stören sie nicht, „aber leider habe ich deswegen überall Kot am Haus und an den Fenstern“, sagte sie.

Kotbrettchen helfen

Für Hausbesitzer, bei denen sich Schwalben angesiedelt haben, gibt es einen Tipp: „Gegen den Kot am Haus gibt es Kotbrettchen“, sagte Andrea Krüger-Wiegand, die eine Auffangstation für Mauersegler und Storche betreibt und selbst eine Schwalbenkolonie am Haus hat. 

Andrea Krüger-Wiegand (Vogelexpertin)

„Die Kotbrettchen werden etwa 80 Zentimeter unter den Nestern angebracht, um die Schwalben nicht bei der Brut zu stören“, erklärt sie. Damit kämen auch Elstern von den Brettern aus nicht an die Schwalbennester heran. Weiterer Vorteil: Sie lassen sich einfach säubern und verhindern, dass der Kot an der Hauswand oder den Fenstern landet. Entfernen dürfen Hausbesitzer die Schwalbennester auf keinen Fall. „Das ist gesetzlich verboten und wird mit teilweise hohen Bußgeldern bestraft“, sagte Krüger-Wiegand.

Es fehlt Futter

Schwalben gehören mittlerweile zu den gefährdeten Vogelarten. Das liege unter anderem daran, dass es aufgrund von Insektenschutzmitteln und der vielen Steingärten weniger Insekten gebe und somit das Futter nicht nur für Schwalben fehle. Deshalb sei das Thema Insektenschutz so wichtig.

Den Schwalben fehle es zudem an Nistplätzen. Bei neueren Häusern gebe es keinen Halt für die Nester der Mehlschwalben. Rauchschwalben hingegen nisteten am liebsten in Scheunen und Ställen. „Und von denen gibt es ebenfalls immer weniger“, sagte die Vogelexpertin. 

Die Mehlschwalben bauten ihre Nester oft zur Straße hin, da sie dort einen freien Anflug haben und besser Nahrung fänden, sagte sie. Schwalben brüten ab etwa Ende April bis Mitte September. „In der Zeit schaffen sie zwei Bruten, manchmal auch drei“, sagte Krüger-Wiegand.

Schwalben nicht stören

Es sei sehr wichtig, die Schwalben in dieser Zeit nicht zu stören, erklärte sie. „Ich kann nur immer wieder an die Menschen appellieren, wie wichtig es ist, diese Tiere zu schützen“, betonte sie. Der Kot könne im Herbst und Winter von den Häusern wieder abgewaschen werden, ohne die Vögel zu stören.

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