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In Roppershain haben Roel und Rita van Straten ihre Fassade verziert

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Von: Lea Beckmann

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Roel und Rita van Straten haben die Wand ihres Fachwerkhauses bemalt: Das Bild ist eine Anlehnung an Werke des niederländischen Künstlers Piet Mondrian.
Roel und Rita van Straten haben die Wand ihres Fachwerkhauses bemalt: Das Bild ist eine Anlehnung an Werke des niederländischen Künstlers Piet Mondrian. © Lea Beckmann

Niederländische Kunst in Roppershain – seit Kurzem ziert eine moderne Wandmalerei ein altes Fachwerkhaus.

Roppershain – „Ich wollte von Anfang an ein Gemälde an dieser Hauswand haben“, sagt Roel van Straten (69). Zusammen mit seiner Frau Rita (68) lebt er in dem Fachwerkhaus.

Das Gemälde ist an die Werke des niederländischen Malers Piet Mondrian angelehnt. Der Maler arbeitete mit vereinzelten rechteckigen Farbflächen in Rot, Blau und Gelb und kombinierte diese mit schwarzen Balken. „Ein Fachwerkhaus ist dafür die perfekte Leinwand“, sagt van Straten.

In Roppershain haben Roel und Rita van Straten ihre Fassade verziert

Also habe er sechs Entwürfe auf Leinwände gemalt und gemeinsam mit seiner Frau und Freunden entschieden, welches es werden soll. „Am Ende waren wir uns alle einig“, sagt er. Sie haben sich für einen Entwurf entschieden, bei dem die dunkleren Farben eher unten an der Hauswand sind. „Das stellt die Schwere dar und oben das hellere und leichtere Gelb“, erklärt der 69-Jährige. So seien die Farben im Gleichgewicht. Gemeinsam mit einem Malermeister hat Roel van Straten die Wand des Fachwerkhauses in ein großes Gemälde verwandelt.

Roel van Straten, der in Holland aufgewachsen ist, hat schon als Kind und Jugendlicher gerne gemalt. Während seines Studiums hat er die Malerei dann aber aus den Augen verloren. Er studierte Kunstgeschichte in Marburg. Dort hat er dann auch Rita kennengelernt, die in Marburg als Fotografin arbeitete. Die beiden zog es dann nach Holland. Rita van Straten besuchte dort eine Kunstakademie und begeisterte sich für Tonskulpturen. „Das hat mir total viel Spaß gemacht“, sagt sie und dieser Leidenschaft geht sie auch heut noch nach.

Ein Werk von Mondrian: „Komposition mit großer roter Fläche, Gelb Schwarz, Grau und Blau“ aus dem Jahr 1921 von Piet Mondrian.
Ein Werk von Mondrian: „Komposition mit großer roter Fläche, Gelb Schwarz, Grau und Blau“ aus dem Jahr 1921 von Piet Mondrian. © Mondrian/Holtzman Trust C/O HCR International Washington/dpa

Doch was hat die beiden nach Roppershain verschlagen? „Wir waren auf der Suche nach einem Ferienhaus“, erzählt Roel van Straten. Da seine Frau in Wabern aufgewachsen ist, ist ihnen die Region nicht fremd. Und Rita van Straten war schon immer von Fachwerkhäusern fasziniert. „Mit dem Haus in Roppershain habe ich mir einen Traum verwirklicht“, sagt die 68-Jährige.

Doch das Haus war sehr heruntergekommen, „es gab nicht mal Scheiben in den Fenstern“, erinnert sie sich an den Anfang. Also musste es erst einmal renoviert werden. Seit Anfang des Jahres wohnen sie nun in dem Haus, in dem beide ihrer Leidenschaft nachgehen. „Wir sind schon immer mit der Kunst verbunden“, betonen die beiden Künstler.

Roel van Straten malt ausschließlich in dem Stil von Piet Mondrian

Roel van Straten widmet sich seit 2019 wieder mehr der Malerei. Er malt ausschließlich in dem Stil von Piet Mondrian. „Ich verwende aber viel mehr Farben als Mondrian“, sagt er. Auf seinen Gemälden finden sich geometrische Figuren – es ist abstrakte Kunst. „Meine Gemälde haben Raum für Interpretation“, erklärt der 69-Jährige.

Rita van Straten hingegen widmet sich ihren Tonskulpturen, die meist Menschen abbilden oder sie verwirklicht Ideen aus der Mythologie und aus archäologischen Funden.

In Roppershain soll eine Kunstgalerie entstehen

Seit 39 Jahren gehen die beiden schon ihren gemeinsamen Weg. Und nun wollen sie noch einen neuen Weg beschreiten: In Roppershain eröffnen sie ihre erste eigene Kunstgalerie „Schwarzer Balken“. „Wir haben uns bei dem Namen überlegt, was zu uns passen könnte, und schwarze Balken sind ein Kennzeichen meiner Gemälde“, sagt Roel van Straten.

Die Galerie hat ihren Platz in der Scheune auf dem Grundstück gefunden. Dies wollen sie Ende Oktober mit einer Ausstellung ihrer Werke eröffnen. Doch das ist nicht alles. Demnächst soll es auch noch eine Website geben, auf der die Kunstwerke zu sehen sind.

Piet Mondrian

Piet Mondrian revolutionierte mit seinen abstrakten geome–trischen Gemälden die Malerei. Der niederländische Maler der klassischen Moderne (1872-1944) reduzierte die natürlichen Formen auf konstante Formelemente und die natürlichen Farben auf die Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden. Er gehörte mit seinem späteren Werk zu den Begründern der abstrakten Malerei. 2022 wäre er 150 Jahre alt geworden. Ausstellungen der Foundation Beyerle in Basel und „K20-die Kunstsammlung“ in Düsseldorf widmen seinem Schaffen daher aktuell Ausstellungen. Gezeigt wird die Entwicklung von Mondrians Arbeiten bis Ende der 1920er-Jahre sowie Werke aus seinen späteren Jahren. 

(Lea Beckmann)

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