Geld- und Freiheitsstrafen für vier Angeklagte

Schlägerei auf Homberger Weinfest: Gericht verurteilt vier Männer

Auf dem Symbolbild ballt ein Mann seine Hand zur Faust.
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Bei einer Auseinandersetzung auf dem Homberger Weinfest wurden drei Menschen verletzt.

Nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit drei Verletzten auf dem Homberger Weinfest waren sechs Männer angeklagt. Jetzt kam es zur Verurteilung.

Schwalm-Eder - Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Schöffengericht am Amtsgericht Fritzlar vier Angeklagte verurteilt und gegen zwei weitere Beschuldigte die Verfahren gegen Geldauflagen vorläufig eingestellt. Nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit drei Verletzten am 5. August 2018 auf dem Homberger Weinfest waren sechs Männer zwischen 19 und 28 Jahren angeklagt. Während der mehr als siebenstündigen Verhandlung in Kassel sagte Richterin Brigitte Schornstein-Bayer, es sei „mit Wucht zugetreten worden”.

Ein Video zeigte, dass es während des Weinfestes zu einer Auseinandersetzung mit Schlägen, Tritten und Geschrei gekommen war. 15 bis 20 Personen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kassel beteiligt. Einer der drei Verletzten erlitt einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Ein 39-Jähriger erklärte, er habe vier Tage im Krankenhaus verbringen müssen, „ich habe so gut wie keinen Zahn mehr”.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Festbesucher von vier Beschuldigten getreten und geschlagen. Eine halbe Stunde später sollen zwei weitere Angeklagte auf einen weiteren Mann eingeschlagen und getreten haben, selbst als dieser noch am Boden lag – er verlor das Bewusstsein.

Mit seinen Entscheidungen folgte das Gericht weitgehend den Anträgen des Staatsanwaltes. Ein 28-Jähriger erhielt sechs Monate Freiheitsstrafe, auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er 500 Euro an das Technische Hilfswerk zahlen. Ein 26-Jähriger bekam sechs Monate Freiheitsstrafe, auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Ein 22-Jähriger muss 1000 Euro an die Tiernothilfe Schwalmstadt zahlen. Ein 19-Jähriger erhielt die Auflage, das Ausbildungsprojekt Jugendberufshilfe in Hephata fortzusetzen, er muss 250 Euro an die Jugendfeuerwehr Homberg zahlen. Gegen einen 27- und einen 24-Jährigen wurden die Strafverfahren eingestellt. Sie müssen jeweils 750 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Fritzlar beziehungsweise den Förderverein der Grundschule Neuental zahlen.

Die Beweisaufnahme gestaltete sich schwierig. Nach den Erklärungen der sechs Beschuldigten stellte der Staatsanwalt „drei geständige Einlassungen” fest. Er regte an, dass auch die anderen drei Angeklagten ein Geständnis ablegen. Die Anwältin sagte, sie erkläre für ihren Mandanten ebenfalls eine geständige Einlassung.

Dieser Beschuldigte ist, bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schweren Diebstahls, Einbruchs, räuberischer Erpressung, schweren Raubes und Körperverletzung. Auf die Frage der Richterin, wie er sich all das erkläre, sagte er: „Alkohol.” Er habe sich aber jetzt im Griff. Er hatte die Vorwürfe zunächst bestritten.

Zwei Angeklagte blieben bei der Aussage, mit den Schlägen und Tritten nichts zu tun zu haben. Daraufhin trennte das Gericht diese beiden Verfahren ab und behandelte sie später.

Von einer „erheblichen Alkoholisierung” der Beschuldigten war die Rede. Was Anlass für die Auseinandersetzungen war, könne man nicht sagen, erklärte die Richterin. Nach vier Urteilen für die Geständigen dauerte es noch knapp zwei Stunden, bis auch die zwei weiteren Beschuldigten gestanden, was sie zunächst nicht zugegeben hatten. (Manfred Schaake)

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