Schüler zeigen Gesicht gegen Rechts: "Wir sind bunt"

Auch in der Erich-Kästner-Schule wurde am Freitag plakatiert, um Vorurteile abzubauen: Jannik Mendel, Jan-Phillip Battefeld, Lukas Wolafka von der EKS mit Lehrer Gunnar Krosky im Atrium der Schule.

Homberg.120 Schüler der Theodor-Heuss-Schule und der Erich-Kästner-Schule ließen Porträts von sich zu Plakaten zusammenfügen, die am Donnerstag im Homberger Gymnasium aufgehängt wurden.

Sie zeigen Gesicht und wollen damit ein Zeichen gegen Rassismus und rechte Tendenzen setzen. „Wir sind bunt“, lautet der Slogan, der auf die Vielfalt der Menschen auf den Plakaten anspielt.

„Wir wollen damit demonstrieren, dass wir respektvoll und friedlich miteinander umgehen“, sagte Lehrer Thomas Schattner. Daher habe sich auch die gemeinsame Aktion mit der Erich-Kästner-Schule angeboten, fügte deren Lehrer Gunnar Krosky hinzu. Sie richte sich gegen rechtes Gedankengut und für die Rechte von Flüchtlingen.

120 Schüler der THS und der EKS stellten ihre Porträts für Plakate zur Verfügung: Cedrik Menges und Jona Eckhardt zeigen es, dahinter Schüler, Lehrer und Unterstützer. Fotos: Thiery

Die Aktion ist zugleich die Antwort auf eine Plakatierung der „Idenditären Bewegung“, deren Mitglieder Anfang des Jahres Aufkleber an fünf Schulen im Kreis angebracht hatten. „Die Identitäre Bewegung will eine nationale und europäische Identität bewahren“, erläuterte Stephan Bürger vom Projekt „Gewalt geht nicht“. Sie sei gegen eine „drohende Islamisierung“.

Parolen im Netz 

„Die Mitstreiter ziehen nachts durch die Straßen und plakatieren ihre Parolen, filmen sich dabei und stellen das dann ins Netz“, fügte Thomas Schattner hinzu. Sie seien ursprünglich über Frankreich und Österreich in die Bundesrepublik gekommen und behaupteten, keine Rassisten zu sein, lehnten sich aber an rechte Ideologien an. Sie wollten mit ihren Aktionen Wirbel machen und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erwirken. Auseinandersetzungen suchten sie allerdings nicht. Wirbel machten die Schüler mit ihrer Gegenantwort auf die Plakate ebenso. Mit allen Sinnen - bunte Vielfalt statt braune Monotonie - lautet dann auch das Motto der Veranstaltung. Die Rock AG der THS sorgte auf dem Schulhof für laute Töne, in der Aula trug die THS-Popband moderne Songs zur Mitmenschlichkeit vor, Schüler der EKS rezitierten Gedichte zum Flüchtlingsthema und es gab eine Lesung über die Flüchtlings- Problematik in der italienischen Hafenstadt Lampedusa.

Die Kreissparkasse Schwalm-Eder finanzierte den Druck der Plakate. Für jeden Schüler gibt es eine Postkarte, College-Blocks mit dem Emblem wurden gefertigt. Die THS-AG „Schule gegen Rassismus“ hatte einen Teil der Veranstaltung organisiert. Elf Schulen im Kreis seien diesem Netzwerk angeschlossen, bundesweit gebe es zwei Millionen Schüler, die bislang dort organisiert waren, sagte Stephan Bürger.

Schulen im Kreis, die noch an dem Programm teilnehmen wollten, melden sich bei Stephan Bürger, Parkstraße 6, 34576 Homberg, Telefon: 0 56 81/77 55 90. 

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