Stadt will Knotenpunkte entzerren

Schulweg wird zum Risiko: Homberg ändert Verkehrsführung an Drehscheibe

An der Ludwig-Mond-Straße sind zahlreiche Autos unterwegs, auf dem Gehweg warten Schüler darauf, die Straße überqueren zu können.
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Volle Straße: Der Verkehr an der Ludwig-Mond-Straße hat zum Schulstart stark zugenommen.

Das Verkehrschaos rund um die Homberger Drehscheibe hat zum Schulstart in dieser Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. Autofahrer fahren bei einem Ortstermin rücksichtslos an der Kasseler Straße über Gehwege, um in den Adolf-Kolping-Weg abzubiegen, am Stellbergsweg berichten Eltern von Beinahe-Unfällen zwischen Schulkindern und Lastern. Darauf reagiert die Stadt nun und will noch in dieser Woche Fahrtrichtungen ändern und Knotenpunkte entzerren.

Homberg - „Die Situation ist erschreckend“, sagt Beate Koch von der Verkehrswacht Schwalm-Eder. Sie unterstützt die Initiative des Elternbeirats der Stellbergschule, die als Reaktion auf die Situation zum Schulstart einen Lotsendienst eingerichtet hat und die Kinder über die Straßen begleiten will. „Der Schulweg ist nicht mehr sicher“, sagt Klaus-Peter Schmidt vom Elternbeirat. Er appelliert an Autofahrer, umsichtiger und langsamer durch die Straßen zu fahren, die durch die Sperrung von Ziegenhainer und Kasseler Straße stärker als sonst frequentiert werden.

Für die Stadt sind das Warnzeichen, etwas an der Verkehrsführung zu ändern: Bei der letzten Sperrung der Drehscheibe vor zwei Jahren habe es weniger Probleme gegeben, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Jetzt ist es leichter, Schleichwege zu nehmen.“ Ziel ist, den Kreuzungsbereich Mühlhäuser Straße und Kasseler Straße frei von Autos zu halten.

Der Adolf-Kolping-Weg wird zur Einbahnstraße in Richtung Kreisverwaltung. Autofahrer, die vom Stellbergsweg kommen, dürfen nur noch nach links in die Mühlhäuser Straße abbiegen, gleichzeitig ist von dort nur noch ein Abbiegen nach rechts in den Stellbergsweg möglich. An der Engelhard-Breul-Straße soll an der AOK ein Fußgängerüberweg eingerichtet werden, ebenso ein zweiter am Stellbergsweg.

Im oberen Teil der Ludwig-Mohr-Straße zwischen den Einmündungsbereichen Bindeweg und Stellbergsweg wird zwischen 7 und 16 Uhr ein Halteverbot eingerichtet. Außerdem sind Geschwindigkeitstafeln geplant. „Wenn das nicht reicht, steuern wir weiter nach“, so Nico Ritz.

Schulweg zur Stellbergschule soll sicherer werden

Sie hängen an der Kasseler Straße und an der Mühlhäuser Straße, am Stellbergsweg und der Engelhard-Breul-Straße leuchten sie ebenfalls gelb im Straßenverkehr, „Tempo runter, bitte!“ ist etwa auf ihnen zu lesen. Verkehrswacht und Eltern von Schülern der Stellbergschule haben in der Homberger Innenstadt zahlreiche Schilder aufgehängt, die ans Langsamfahren erinnern sollen.

Mehr noch: Die Eltern wollen in den nächsten Tagen präsent sein, um ihre Kinder sicher über die Straßen zur Grundschule bringen. Denn seit dem Schulstart am Montag hat sich die Verkehrssituation rund um die Drehscheibe noch einmal verschärft. Noch bis in den November hinein sollen die Straßen um den Verkehrsknotenpunkt saniert werden.

Der Elternbeirat der Stellbergschule war auf die Stadt zugegangen, um auf die Situation aufmerksam zu machen, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Während die den Verkehr auf den umliegenden stark frequentierten Straßen entzerren will und provisorische Fußgängerüberwege an gefährlichen Kreuzungen einrichtet, lotsen Eltern die Schulkinder morgens sicher über die Straßen. Eine Begleitung nach Schulschluss sei nicht nötig, berichtet Lehrerin Annett Schackert. Da der Unterricht zu unterschiedlichen Zeiten ende, sei die Lage mittags nicht so prekär wie morgens.

Ordnungsamt und Polizei kontrollieren

Das Ordnungsamt kontrolliert, ob sich Autofahrer an die neue Verkehrsführung halten. „Die Polizei unterstützt im Rahmen der Streife und schaut, wo es hapert“, sagt Thomas Nothacker vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizei.

Er bestätigt, dass das Verkehrsaufkommen nach den Sommerferien zugenommen hat. Besonders der Bereich um den Adolf-Kolping-Weg sei gefährlich. Dort müssen Autofahrer einen Bürgersteig überfahren, um in die Straße einbiegen zu können. Beim Ortstermin mit der HNA waren mehrere brenzlige Situationen zu beobachten. Eine Mutter mit Kinderwagen hatte Glück, nicht von einem in die Straße abbiegenden Auto überfahren zu werden. Das sei allerdings nicht das einzige Problem, sagt der Polizist: „Die Autos stauen sich auf der Straße zurück, wenn sie in die Mühlhäuser Straße abbiegen.“ Die Zebrastreifen seien dann nicht mehr einsehbar.

Ziel der Stadt ist es, diese Kreuzung frei von Autos zu halten, damit sich Fußgänger beim Queren der Zebrastreifen sicher fühlen können. „Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen“, sagt Ritz. Die Beschilderung für die neue Verkehrsführung solle in dieser Woche angebracht werden, spätestens kommende Woche sollen die provisorischen Fußgängerüberwege eingerichtet sein. (Chantal Müller)

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