1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Homberg (Efze)

Schwalm-Eder-Kreis: 1266 Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet

Erstellt:

Von: Maja Yüce

Kommentare

164 Feldbetten stehen in der Antreffhalle
In der Antreffhalle im Willingshäuser Ortsteil Merzhausen kommen Geflüchtete aus der Ukraine an. © Gemeinde Willingshausen

Offiziell sind 1266 Geflüchtete aus der Ukraine im Kreis angekommen, doch die eigentliche Zahl liegt noch höher. Nach wie vor wird Wohnraum gesucht.

Schwalm-Eder – Im Schwalm-Eder-Kreis kommen immer mehr Menschen an, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen: 1212 ukrainische Flüchtlinge sind zurzeit beim Landkreis und 54 in den Städten und Gemeinden des Kreises registriert (Stand 4. April).

Die Zahl sei aber höher, weil sich Geflüchtete aus der Ukraine grundsätzlich zunächst nicht bei den Behörden melden müssen, erklärt Landrat Winfried Becker im HNA-Gespräch.

Es sei davon auszugehen, dass täglich zwischen 70 und 100 Flüchtlinge aus der Ukraine in den Landkreis kommen. Neben den Menschen, die selbstständig im Landkreis ankämen, würden dem Kreis dienstags vom Land Hessen Geflüchtete zugewiesen. Sie kommen zunächst in der Antreffhalle Willingshausen an. Von dort aus erfolge dann – möglichst innerhalb einer Woche – die Verteilung in Einrichtungen und private Unterkünfte. „Hauptkriterium ist es, Familien gemeinsam unterzubringen“, sagt Becker. Auch hätten Vermieter meist genaue Vorstellungen von den bei ihnen unterzubringenden Menschen, was die Verteilung durchaus erschwere.

550 Wohnangebote im Schwalm-Eder-Kreis für Geflüchtete aus der Ukraine

Bislang seien dem Kreis etwa 550 Wohnangebote mit rund 1200 Plätzen gemacht worden. „Über diese große Unterstützung freuen wir uns natürlich sehr“, sagt Becker. Derzeit gebe es noch etwa 500 freie Plätze.

Die meisten der geflüchteten Ukrainer, etwa 85 Prozent, seien in Privatwohnungen untergebracht. Für weitere habe man etwas größere Wohneinheiten mit zehn bis 25 Plätzen zur Verfügung gestellt. „Die Hallen, die zur mittelfristigen Unterbringung hergerichtet werden, sind frühestens Anfang April belegbar“, so Becker.

Und: Da kein Ende des Krieges abzusehen ist, gehe man von einer weiterhin steigenden Anzahl ukrainischer Flüchtlinge aus. Neben den sieben Sporthallen, die der Kreis für eine kurze und auch längerfristige Unterbringung stellt, suche man nach zusätzlichen Objekten, die für eine längerfristige Unterbringung geeignet sind. Unter anderem wird aktuell mit der Stadt Homberg ein Gebäudekomplex in der ehemaligen Ostpreußenkaserne hergerichtet.

Fast die Hälfte der Geflüchteten aus der Ukraine sind unter 18 Jahren 

Bis zu 3000 Geflüchtete aus der Ukraine erwartet der Landkreis. Von den 1266 beim Kreis gemeldeten Flüchtlingen sind 565 Frauen und 123 Männer, 300 Mädchen und 278 Jungen unter 18 Jahren. Hallen zur vorübergehenden Erstaufnahme: Antreffhalle Willingshausen und die Sporthallen in Gudensberg, Neukirchen und Guxhagen. Hallen für längere Belegung sind die Großsporthalle Erich-Kästner-Schule Homberg, Stadtsporthalle Felsberg und Fuldatalhalle Malsfeld.

(Maja Yüce)

Auch interessant

Kommentare