Artenvielfalt verringert sich

Schwalm-Eder-Kreis: 37 Tier- und Pflanzengattungen kommen selten vor

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Uferschwalbe

Schwalm-Eder. Die Artenvielfalt verringert sich auch im Schwalm-Eder-Kreis. 37 seltene Tier- und Pflanzengattungen, die geschützt werden sollten, stehen auf einer Liste des Landkreises.

Darunter auch so bekannte Gattungen wie Kiebitz, Rebhuhn und Uferschwalbe oder Arnika und Schwarzpappel, die nur noch an wenigen Standorten zu finden sind.

Auch fünf so genannte Lebensraumtypen sind aufgeführt, die im Landkreis besonders geschützt werden müssen. Dazu gehören etwa die Wacholderheide bei Vockerode-Dinkelberg, Hartholzauenwälder in der Ederaue und der Borkener See, der besonders mineralstoffarm ist.

Seit 2013 fordert die Landesregierung eine Strategie zur Stabilisierung und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Kürzlich fand dazu eine Kreiskonferenz unter Beteiligung von Land- und Forstwirtschaft, Naturschutzverbänden sowie Vertretern von Kommunen, Kreis und Land statt.

Auch wenn es Konfliktpotenziale gebe, hätten die Beteiligten erkannt, dass der Artenschutz im Interesse aller liegen sollte, fasste Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann zusammen.

Förderung für Landwirte

Zu den erfreulichen Entwicklungen gehöre etwa die Nachfrage bei einem Förderprogramm des Landes für Landwirte, wenn sie Blühstreifen- und Gewässerschutzstreifen anlegen, Weg- und Feldränder später mähen und auf Öko-Landbau umstellen. Seit 2015 gibt es diese Förderung. Bei insgesamt 894 Anträgen wurden seither zwei Millionen Euro ausgezahlt.

Eine wichtige Rolle kommt beispielsweise den Feldwegrändern zu. Durch die Drift beim Spritzen von Aussaaten und auch durch frühes Mähen sind Blütenpflanzen nur noch selten zu finden. Hier erging die Empfehlung an die Landwirte, erst Mitte Juni zu mähen. Eine generelle gesetzliche Vorgabe gibt es dafür aber nicht. 

Beim Blick auf die Artenvielfalt gibt es im Landkreis nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner: Größere Räuber, wie Luchs und Wildkatze, haben in die Wälder zurückgefunden, auch Biber und Fischotter sind wieder auf dem Vormarsch. Wolfssichtungen seien für den Landkreis aber noch nicht belegt, erklärte Erhard Albracht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Störche, auch der eher seltenere Schwarzstorch, haben sich den Schwalm-Eder-Kreis als Lebensraum zurückerobert – auch, weil es viele Anstrengungen zur Wiederansiedlung gegeben habe. Die Bestände von Kolkrabe und Uhu haben sich nach Auskunft des Landkreises stabilisiert.

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