Abhol- und Lieferservice für Kunden

Einzelhändler im Landkreis entwickeln in Corona-Not ungewöhnliche Ideen

Bücher, wohin das Auge sieht: Einige Buchhändler in der Region bieten trotz Ladenschließung einen Abhol- und Lieferservice für Bücher an. ArchivFoto: Bettina Sangerhausen

Internetbestellung, Abholservice oder Lieferung ins Haus: Wegen der Geschäftsschließungen vergangene Woche, reagieren die Einzelhändler in der Region mit kreativen Ideen, um ihre Kunden auch in der Krise zu halten.

Da wird der Hof der Homberger Buchhandlung Tittmann kurzerhand zur Abholstation für Bücher und Schmuck gibt es beim Fritzlarer Juwelier Ritter etwa auch Online.

„Wer kann, versucht sich durch die Zeit der Geschäftsschließung mit neuen Ideen zu manövrieren“, sagt Susanne Ritter-Ricks von Juwelier Ritter in Fritzlar. Sie betreibt seit einiger Zeit einen eigenen Online-Shop, bei dem Schmuck bestellt werden kann. Auch sie befürchtet, dass sie ihr Geschäft nach der Krise ganz aufgeben muss. Ihr Appell: Kunden sollten im Internet auch bei den Geschäften aus der Region bestellen. „Nutzt doch unsere Onlinebestellmöglichkeiten, sonst gibt es nach der Krise keinen örtlichen Einzelhandel mehr“, sagt Ritter-Ricks.

Sie fürchtet, dass durch die Coronakrise der Internethandel noch mehr gestärkt wird – und die Einzelhändler noch mehr geschwächt. Einige Postboten hätten ihr berichtet, dass der Versandhandel derzeit überdurchschnittlich frequentiert werde. „Die Leute bestellen wie verrückt“, sagt sie.

Aus dieser Not macht Ute Tittmann aus Homberg eine Tugend: Trotz der Ladenschließung bietet sie Kunden einen Abholservice in ihrer Buchhandlung an. Tittmann nimmt telefonisch und online Bestellungen entgegen und stellt die Lieferungen in ihrem Hof zur Abholung bereit – ganz ohne Kundenkontakt. „Ich habe viele Stammkunden, die ich in diesen Tagen nicht allein lassen möchte“, sagt Tittmann.

Hilft mit Abholung: Ute Tittmann bietet einen Abholservice im Hof. Kunden können Bücher bestellen und dann dort ohne Kontakt abholen. Foto: christine thiery

Die 57-Jährige gehört wegen einer Vorerkrankung selbst zur Corona-Risikogruppe und vermeidet den Kontakt mit Menschen derzeit besonders. „Doch den Service wollen wir aufrecht erhalten, soweit es geht.“ Deshalb ist die Buchhändlerin vormittags mit einer Mitarbeiterin weiterhin im Laden. Sind die Bestellungen der Kunden angekommen, stellt sie die Bücher zur Abholung in die Einfahrt hinter ihrem Geschäft in der Untergasse. Dort steht ein Korb bereit, in dem die Ware ausgelegt ist, bezahlt wird per Rechnung.

Das will Tittmann so lange aufrechterhalten, wie es geht. Falls eine Ausgangssperre verhängt wird, könne man immer noch Online-Bestellungen aufgeben. Online-Bestellungen sind bei Buch-Tittmann bereits seit einigen Jahren möglich. Die Bücher werden direkt nach Hause geliefert.

Diesen Weg geht Heike Vockeroth von „Dom und Buch“ in Fritzlar und „Foto und Buch“ in Felsberg bereits. Sie bietet ebenso über den Onlineshop einen Lieferservice. „Schauen Sie im Netz nach, wo sie sonst gern einkaufen und bestellen Sie dort“, sagt sie. Man wolle doch am Ende der Krise keine Geisterstädte. Das Ehepaar bringt die Bestellungen auf Rechnung nach Hause und legt die Bücher an einem vereinbarten Ort ab.

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