Für Haushaltsdisziplin: Selters statt Sekt

Erster Homberger Neujahrsempfang mit neuem Bürgermeister

Beim Empfang: Stadtälteste Reinhard Strauß und Michael Spork, Bläser Louis Kusan, Referent Claus Spandau, Bürgermeister Nico Ritz und Stadtverordnetenvorsteher Heinz Marx (von links). Foto: Thiery

Homberg. Statt des üblichen Glases Sekt am Eingang gab es für jeden einen festen Händedruck vom neuen Bürgermeister Dr. Nico Ritz beim Neujahrsempfang der Stadt Homberg.

Auf den Tischen stand dann Selters für die Gäste. Das waren Zeichen, mit denen die Stadt auf einen neuen Kurs gehen will.

„Ein paar Dinge wollen wir anders machen“, sagte Ritz in seiner Neujahrsrede. Deshalb sei auch beim Empfang schon alles ein bisschen anders. „Wir können nicht auf der einen Seite von Haushaltskonsolidierung sprechen und auf der anderen Seite teure Empfänge machen“, sagte er. Aber das sei nicht böse gemeint, sondern komme von Herzen, fügte er schmunzelnd hinzu.

„Die malerische Silhouette ist nicht austauschbar.“ 

2015 wolle man vor allem nach vorne schauen: „Jetzt geht es darum, wie es mit Homberg weitergeht.“ Als kleiner Hinweis, was damit gemeint war, verwies er auf den Referenten des Abends Claus Spandau, der über interkommunale Zusammenarbeit sprach. Um dieses Thema werde die Stadt nicht herumkommen, wenn man die Leistungskraft erhalten wolle. Und auch neue Ideen und Wege müsse es geben.

Als positives Beispiel nannte Ritz den Erwerb des ehemaligen Sitzes der Musikschule durch die KBG, die das Haus für das Jobcenter umbaut. Das Unternehmen wolle bewusst etwas für Homberg tun. „Wer noch mehr solcher Ideen für alte Häuser hat, möge sich melden“, lockte Ritz.

Auch auf dem Marktplatz müsse etwas geschehen. „Die malerische Silhouette ist nicht austauschbar“, sagte er. Um dort mehr Leben hineinzubringen, müsse zunächst die Nahversorgung gesichert werden.

Die Stadt werde sich auch mit mehr Flüchtlingen auseinander setzen müssen. „Homberg hat die meisten Flüchtlinge im Landkreis“, sagte er. Und es würden noch mehr werden. „Die Zahl wird sich verdoppeln.“ Es gebe schon viele Initiativen, die sich um die Menschen kümmerten und sich engagierten, lobte er. „Wir haben eine hohe Verantwortung den Menschen gegenüber und sollten dies auch als Chance im demografischen Wandel begreifen.“

Mit der Übergabe der Verantwortung für die Dorfgemeinschaftshäuser an die Dörfer würden erste konstruktive Wege geschaffen, um Geld zu sparen. Für all das brauche es ein neues Wir-Gefühl, das aber über eine Kuschelecke hinausgehen solle. Kritische und kontroverse Diskussion gehörten auch dazu. Und Ritz riet zum schnellen Beginn und zitierte Goethe. „Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man bei Zeiten anfangen.“

Marx: Das Klima ist besser 

Gute Voraussetzung dafür sah Stadtverordnetenvorsteher Heinz Marx. Der neue Bürgermeister lege eine bisher nicht gekannte Offenheit an den Tag, lobte er. Übersinnliche Kräfte habe Ritz aber nicht und müsse noch Steine aus dem Weg räumen. Dennoch habe sich das Klima im Parlament wesentlich verbessert. Den Abend umrahmte der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde.

Von Christine Thiery

Neujahresempfang in Homberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.