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Semin Wenzel sprach über das Recht auf Trauer im Homberger Machwerk

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Von: Lea Beckmann

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Trauerbegleiterin Semin Wenzel und ihr Hund Ronja waren zu Gast im Machwerk in der Homberger Untergasse.
Trauerbegleiterin Semin Wenzel und ihr Hund Ronja waren zu Gast im Machwerk in der Homberger Untergasse. © Lea Beckmann

Was ist aberkannte Trauer? Oder, um es „weicher“ auszudrücken, wie es Trauerbegleiterin Semin Wenzel beschreibt, was ist übersehene Trauer?

Homberg – Das ist die zentrale Frage des Werkbankgesprächs im Machwerk in der Homberger Untergasse. Semin Wenzel, Impulsgeberin des Themas „Recht auf Trauer“, erklärt, dass man zuerst einmal Trauer definieren müsse.

„Trauer ist eine Reaktion auf einen Verlust – sie ist notwendig und sinnvoll“, erklärt sie. Zudem sei sie eine natürliche Reaktion: „Wir erzwingen diese nicht.“ Und Trauer betreffe den Menschen auf allen Ebenen – auch auf der kognitiven. „Man kann sich nicht konzentrieren, wenn man trauert“, sagt Wenzel. Und die soziale Ebene ist ebenfalls betroffen. Trauerende ziehen sich manchmal zurück oder aber das eigene Umfeld wendet sich von ihnen ab.

Und damit wäre man schon bei aberkannter Trauer: „Die Gesellschaft erkennt die Trauer nicht und der Trauernde erhält keine Wertschätzung“, sagt sie. Die Menschen haben eine klare Vorstellung von Trauer – eine Trauernorm. Weiche jemand von dieser ab, dann „tun wir uns schwer, die Trauer anzuerkennen.“ Wenzel nennt für die aberkannte Trauer fünf Gründe:

Wenzel macht deutlich, dass Menschen um vieles trauern können, dass müssen nicht nur Lebewesen, sondern es können auch Ziele sein, die man nicht erreicht hat. Erwartungen und Normen müssten abgelegt werden. „Es gibt schließlich keine falsche Trauer, nur erschwerte und komplizierte“, sagt sie. Für Wenzel hört Trauer auch nie auf, sie werde nur weicher. Und dabei gebe es eine einfache Zauberformel, um Trauernde zu unterstützen: da sein. „Wir müssen auf sie zugehen und dürfen nicht erwarten, dass sie zu uns kommen.“ (Lea Beckmann)

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