Sparen wird schmerzhaft

Homberg kämpft darum, die Ziele des kommunalen Schutzschirms einzuhalten

Finanzen im Blick: In Homberg muss man mehr Geld sparen und zugleich mehr einnehmen. Foto: dpa

Homberg. Weniger Personal, kürzere Öffnungszeiten, höhere Steuern und vielleicht sogar das Aus für einzelne Dienstleistungen und Angebote? Seit die Stadt Homberg unter dem kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen ist, ist klar, dass gespart werden muss.

Immer deutlicher wird jetzt, dass das richtig weh tun wird. Denn die Frage, die die Kommunalpolitiker in diesen Tagen umtreibt ist: „Sparen - aber wo?"

Im nächsten Jahr muss die Stadt ihr Defizit um 1,4 Mio. Euro reduzieren. Und da man die Grundsteuer bereits in diesem Jahr erhöht hat, wolle man an dieser Stellschraube erstmal nicht drehen, hieß es am Donnerstagabend bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Und selbst wenn man die Grundsteuer um ganze 50 Prozentpunkte erhöhe, bringe das lediglich 210.000 Euro ein, erklärte Kämmerer Ralf Debus.

Doch wo soll der Rotstift angesetzt werden? Einige Vorschläge hat die Verwaltung bereits erarbeitet (siehe weitere Artikel).

Doch selbst wenn das Defizit so reduziert würde, gelte es noch ein Loch von weiteren 500 000 Euro zu stopfen.

„Wir fassen jetzt keine besonders populären Themen an, und wir müssen uns zudem noch welche überlegen, die dazu kommen“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Ideen nehme ich Tag und Nacht entgegen.“

Man stehe unter massivem Zeitdruck. „Was wir jetzt machen, muss auch funktionieren“, betonte er. Und man müsse sich auch über die Folgen der Einsparungen im Klaren sein. Kürze man den Zuschuss für das Stadtmarketing, dann könne zum Beispiel dessen Leiter nicht mehr nur über den Zuschuss bezahlt werden. Gesichert werden könnte die Stelle aber gegebenenfalls über Drittmittel, wie ein Reformations-Projekt. „Es wäre aber ein bedeutender Einschnitt“, sagte Ritz. Und Personalreduzierung beim Bauhof (auslaufende Verträge würden nicht mehr verlängert) führten dazu, dass die Leistungsfähigkeit der Einrichtung reduziert werde.

Auf die Spar-Vorschläge der Verwaltung reagierten die Ausschuss-Mitglieder nachdenklich. Nachfragen gab es kaum.

Heinz Marx regte an, die landwirtschaftlichen Pachtpreise zu überprüfen und eventuell zu erhöhen. Und Peter Dewald schlug vor, die Verkehrsüberwachung häufiger und sinnvoller einzusetzen. „Wir wollen Raser nicht abzocken, aber dadurch könnten wir Geld machen.“ Ritz bezweifelte jedoch signifikante Auswirkungen auf die Finanzen.

Ein Fehler wäre es, wenn man bei allen Spar-Gedanken nichts mehr investieren würde. „Dann fahren wir den Wagen vor die Wand“, sagte Ritz. Streichen sei das schlechteste Sanierungsprogramm.

Von Maja Yüce

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