150 Spieler nutzen Sportplatz wöchentlich

Sportpark in Homberg: FC Homberg setzt sich für Kunstrasenplatz ein

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Noch leuchtet der Rasen grün: Der Sportplatz am Homberger Stellberg, auf dem auch Iven Vonholdt trainiert, wird vor allem in der Spielsaison stark beansprucht. 

Homberg. Sie sprechen sich klar für einen Kunstrasenplatz auf dem Homberger Stellberg aus: Der FC Homberg wünscht sich einem Platz, der dem hohen Spielbetrieb standhalten kann. Es könnte der erste Schritt in Richtung Sportpark sein.

Es sind 140 bis 150 Fußballspieler, die jede Woche über den Rasen am Homberger Stellberg rennen, Flanken üben, das Dribbeln trainieren – und den Sportplatz dabei ordentlich beanspruchen. Das stellt die Trainer regelmäßig vor Probleme. Probleme, die mit einem Kunstrasenplatz gelöst werden könnten.

Der Rasen auf dem Fußballfeld ist frisch gedüngt und gewässert. Er leuchtet in sattem Grün – noch. „Momentan ist der Platz in einem sehr guten Zustand. Er wurde seit Mai aber auch nicht häufig genutzt“, sagt Jugendabteilungsleiter Christian Marx. Die Probleme tauchen erst auf, wenn der Spielbetrieb wieder läuft. Dann wird der Fußballplatz ununterbrochen genutzt. Jeden Tag sind Spieler auf dem Feld. „Wenn es dann regnet, pflügen die Spieler den Rasen um“, berichtet David Vonholdt, ebenfalls Jugendabteilungsleiter.

Zwei Tage Ruhe müsste der FC Homberg dem Fußballplatz nach einer Trainingseinheit gönnen, sagt Marx. Das sind die vom DFB empfohlenen Ruhezeiten, damit sich ein Fußballplatz von der Beanspruchung erholen kann. Bei elf Mannschaften, die beim FC Homberg und der Spielgemeinschaft JSG Homberg-Efze aktiv sind, ist das aber nicht drin. „Bei uns ruht er überhaupt nicht“, erzählt Marx. Der Platz wird täglich mindestens drei Stunden genutzt, mehr als 25 Stunden in der Woche – nur für das Training. „Ohne große Planung geht gar nichts“, so Vonholdt. Dabei steht den Mannschaften nicht einmal die gesamte Fläche zur Verfügung. „Der Platz muss getrittelt werden.“ Nur so könnten alle Trainingseinheiten angeboten werden. „Das macht beim Spielen nicht viel Spaß“, berichtet Vonholdt, der auch die Bambini trainiert. Einige Mannschaften weichen auf die Sportplätze in Uttershausen und Holzhausen aus. Anders, so die Jugendabteilungsleiter, wäre es nicht möglich, den Trainingsbetrieb zu ermöglichen.

Mit einem Kunstrasenplatz wäre das Platzproblem zwar nicht gelöst. Das ist den Männern klar. Ein Kunstrasenplatz könnte aber das ganze Jahr über bespielt werden, sagen sie. Arbeiten wie Mähen, Düngen und Wässern fielen weg. Trainer müssten vor Training oder Spiel den Platz nicht aufwendig abstreuen, sondern könnten ihn schnell und einfach abstecken.

Die Stadt plant, aus den Sportanlagen am Stellberg einen Sportpark zu entwickeln, die Flächen abschnittsweise zu erneuern und auszubauen (wir berichteten).

Ein Kunstrasenplatz könnte allerdings nur gebaut werden, wenn die Stadtverordneten zustimmen. Dann würde sich die Stadt laut Bürgermeister Dr. Nico Ritz nicht für einen Platz mit Granulat-Füllung entscheiden, sondern eine Variante bevorzugen, bei der der Platz mit Sand verfüllt wird. Vier Monate müssten für den Bau des Kunstrasenplatzes eingeplant werden, schätzt Marx. Er weiß, dass der Wunsch des Fußballvereins nicht günstig ist. „Aber wir brauchen den Platz.“ 

Er wäre einer der wenigen Fußballplätze im Schwalm-Eder-Kreis, auf dem auf Kunstrasen gespielt würde. Lediglich in Spangenberg, Fritzlar, Treysa und Neukirchen gibt es ähnliche Flächen, in Melsungen ist ein Kunstrasenplatz in Planung. „Es wäre schön, wenn wir damit glänzen könnten“, so der Jugendabteilungsleiter.

Elf Mannschaften spielen auf dem Platz am Stellberg

Auf dem Sportplatz am Stellberg trainieren elf Mannschaften des FC Homberg und der Spielgemeinschaft JSG Homberg-Efze. Die JSG Homberg setzt sich aus den Fußballvereinen Harle, Hebel, Falkenberg, Uttershausen, Homberg, Holzhausen und Remsfeld zusammen. Der Zusammenschluss habe die Situation auf dem Homberger Sportplatz entspannt, berichtet Christian Marx. Einige Mannschaften könnten nun auch in Wabern trainieren. In Homberg und seinen Stadtteilen gibt es laut Marx noch sechs bespielbare Sportplätze in Hülsa, Caßdorf, Wernswig, Mardorf, Homberg und Holzhausen.

Studie des DFB empfiehlt Kunstrasen

Der Deutsche Fußball-Bund hat in einer Studie Nutzungsstunden und Pflegekosten von Natur- und Kunstrasenflächen miteinander vergleichen lassen. Dabei kommt der Fußball-Bund unter anderem zu dem Ergebnis, dass Sandkonstruktionen in Kunstrasenplätzen das Verletzungsrisiko der Spieler senken können. Darüber hinaus wird in der Studie gegenübergestellt, wie hoch die Kosten für die jeweilige Rasenfläche sind: Kunstrasenplätze vertragen demnach 2000 bis 2500 Nutzungsstunden im Jahr. 

Bei Naturrasen liegt die Anzahl bei lediglich 400 bis 800 Stunden im Jahr. Auch die Pflege ist deutlich günstiger: Ein Spielfeld mit Kunstrasen kostet pro Jahr etwa 8400 Euro, eines mit Naturrasen liegt bei 29.800 Euro. Bei Ersterem liegen die Kosten für eine Stunde laut Studie bei drei bis vier Euro, ein Naturrasen hingegen schlägt pro Stunde mit Kosten zwischen 37 und 74 Euro zu Buche.

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