Entscheidung über Parkumgestaltung vertagt

Stadtpark Homberg: Parlament will keine Bäume fällen lassen

Eine Frau sitzt im herbstlichen Homberger Stadtpark auf einer Bank.
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Bessere Wege zulasten der Bäume? Die Stadtverordneten wollten Baumfällungen im Stadtpark nicht hinnehmen.

Müssen die jahrhundertealten Bäume im Homberger Stadtpark erhalten werden oder nicht? Diese Frage sorgte bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung für große Diskussionen.

Homberg - Obwohl sich alle Fraktionen darin einig sind, dass die Bäume geschützt werden müssen, so scheint eine Fällung für die Umgestaltung des Stadtparks unumgänglich. Das wollte das Parlament so jedoch nicht mittragen und vertagte die Entscheidung zur Umgestaltung ein weiteres Mal.

Der Stadtpark „Alter Friedhof“ soll zu einem Aufenthaltsort für Kinder, Jugendliche, Familien, Senioren werden. Geplant ist, ein Familiencafé zu errichten und Spielgeräte bereitzustellen. Darüber hinaus soll das Wegesystem verbessert und ein barrierefreier Zugang von der Kasseler Straße aus realisiert werden.

Genau diese letzten beiden Punkte waren am Freitag Mittelpunkt der Diskussion im Stadtparlament, der nach Aussagen der Mandatsträger bereits eine mehrstündige Ausschusssitzung zu Beginn der vergangenen Woche vorausgegangen war. Um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, müssen an der bereits bestehenden Treppe zur Kasseler Straße Bäume gefällt werden. Das Konzept sieht außerdem das Fällen weiterer Bäume vor. Zu viel, finden die Stadtverordneten. Sie hatten sich in der gemeinsamen Ausschusssitzung auf den „Minimalkonsens“ geeinigt, dass statt neun nur vier Bäume gefällt werden dürfen, diese im Zuge der Parkumgestaltung zu ersetzen sind. Das stand am Freitag jedoch erneut zur Debatte.

„Die alten Bäume sind das wertvollste im Park“, sagte etwa Bernd Herbold (SPD). Die Pflanzen kühlten im Sommer und sorgten für Sauerstoff. Er machte zu Beginn der Diskussion klar: „Vier Bäume sind der Minimalkonsens. Weitere Fällaktionen wir die SPD nicht mittragen.“ Klaus Bölling (Grüne) sprach sich gänzlich dagegen aus. „Wir glauben nicht, dass eine Fällung alternativlos ist.“ Der Grünenfraktionsvorsitzende lobte jedoch die weitere Planung zur Umgestaltung.

Auch Christian Haß (CDU) betonte, wie wichtig es ist, die Bäume zu erhalten. Sagte aber: Es braucht barrierefreie Zugänge. Dem schloss sich Achim Jäger (FWG) an. Man würde akzeptieren, dass nicht jeder Baum gerettet werden könne. Dass für die Wegegestaltung Bäume gefällt werden, halte er jedoch für „unnötig“. Sein Fraktionsmitglied Günther Koch ging weiter: „Über die Regenwaldabholzung in Brasilien regen wir uns auf. Dabei machen wir doch genau das gleiche.“

Die FWG schlug vor, auf das Fällen der Bäume im Bereich der Kasseler Straße zu verzichten. Das sei jedoch nicht möglich, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Um einen barrierefreien Zugang zu erhalten, müsse an der Mauer gearbeitet werden. Damit werde in das Wurzelwerk der Bäume eingegriffen. „Tut man das, fallen die Bäume irgendwann auf die Kasseler Straße.“

Schließlich einigten sich die Fraktionen darauf, im Januar noch einmal zu beraten und zu prüfen, ob die Bäume zu retten sind. Ein Beschluss soll im Februar folgen. „Der muss dann aber wirklich her“, sagte Christian Marx (SPD). Erst dann kann die Umgestaltung des Stadtparks angepackt werden.

Aufgrund der hohen Coronafallzahlen hatte sich das Parlament dazu entschieden, nur jeweils mit der Hälfte der Mandatsträger anwesend zu sein – so, dass die Versammlung gerade beschlussfähig war. Alle Stadtverordneten, die die Sitzung am Computer verfolgten, sollten die Möglichkeit haben, sich ebenso in die Diskussion einzubringen. (Chantal Müller)

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