Städte und Gemeinden nehmen Schottergärten ins Visier

Steinwüsten in Vorgärten sorgen für immer mehr Unmut

+
Pflanzen ragen aus einem Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen. 

Die Zahl der Schottergärten im Schwalm-Eder-Kreis steigt: Nun überlegen die ersten Städte und Kommunen, ob und wie sie einer Versteinerung begegnen können.

Die Gemeinde Neuental sei zwar noch nicht so weit, dass der nächste Bebauungsplan ein Verschotterungs-Verbot vorsehe, doch diskutiere sie das Thema bereits, berichtet Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Neuental trage den Titel der Klimakommune: „Wir suchen deshalb vor allem Bauherren, die sich mit klimafreundlichen Zielen identifizieren können.“

15 Prozent des Grundstücks müssen bepflanzt sein 

„Die Überlegung, neue Planungsansätze zu schaffen, ist durchaus berechtigt“, findet auch Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Bisher ging man davon wie selbstverständlich aus, dass die eine Hälfte der Fläche bebaut wird, die andere grün bleibt – das ist aber oft nicht mehr der Fall.“ Damit sei es nicht mehr abwegig, dass künftig neue Maßstäbe bei der Bauleitplanung angesetzt werden müssten.

In Fritzlar schreibt der Bebauungsplan aus dem Jahr 2016 bereits vor, dass 15 Prozent der Grundstücksfläche mit heimischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt sein müssen. Es gebe allerdings keine politischen Bestrebungen, dem Thema Schottergarten einen Riegel vorzuschieben, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat: „Wir setzen da viel eher auf die Freiwilligkeit der Bauherren.“

"Kann man nicht mit Regeln lösen"

Das tut auch die Stadt Gudensberg, auch wenn die wachsende Zahl der verschotterten Vorgärten keine schöne Entwicklung sei, sagt Bürgermeister Frank Börner: „Sie stößt zunehmend auf Unmut.“

Dennoch solle diese Form der Flächengestaltung nicht allein über Satzungen und Paragrafen reglementiert werden, vielmehr gelte es, das ökologische Bewusstsein weiter zu schärfen: „Es ist ein Problem, das man nicht mit klaren Regeln lösen kann – wer soll sie überprüfen?“ Dennoch werde das Thema Schottergarten die Stadt beim Planen des nächsten Baugebiets beschäftigen.

Lesen Sie auch: Städte in Hessen wollen Ausbreitung von Schottergärten eindämmen

Kies statt Schotter: So wird ihr Garten zum summenden Blütenparadies

Hummeln und Co. haben es in den derzeit beliebten Schottergärten nicht leicht. Wir zeigen daher, wie man mithilfe von Kies seinen Garten in ein Blütenparadies verwandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.