Stadt sorgt für weitere Notgruppen und plant möglichst großes Betreuungsangebot

Streik der Erzieher: Eltern sollen helfen

+
Brauchen Unterstützung: Kinder, Eltern und Großeltern aus Wernswig demonstrieren.

Homberg. Der Streik der Erzieherinnen setzt Eltern und auch die Stadt Homberg immer mehr unter Druck. Da man sich möglicherweise noch auf einen längeren Ausstand einstellen müsse, versucht die Stadt nun, die Betreuung der Kinder mit der Unterstützung von Eltern in den Griff zu bekommen.

Als erstes werde man die Situation in den Notgruppen verbessern, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage. Mit Vertretungskräften werde ab nächster Woche auch in der Kita Osterbach eine Notgruppe für bis zu 25 Kinder angeboten. Außerdem plane man ab der übernächsten Woche auch in den Kitas in Hülsa und Wernswig Notgruppen einzurichten - mit Fachkräften und der Unterstützung durch Eltern. Diese hätten bereits eine große Bereitschaft signalisiert, so Ritz.

Man würde sich darüber freuen, wenn weitere Mütter oder Väter bereit wären, die Stadt an einzelnen Tagen bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, heißt es in einem Brief, den Ritz an die Eltern verschickt hat. Die organisatorischen und rechtlichen Voraussetzung dafür würden geprüft. „Unser Bestreben ist es, trotz des Streiks vielen Kindern ein Betreuungsangebot machen zu können. Dafür sind wir jedoch auf Hilfe angewisen“, so Ritz.

Er betont, dass er Verständnis dafür habe, dass Eltern die Kindergartengebühren nicht zahlen wollten. Er bittet darum, von Rücklastschriften abzusehen. Man sei um eine einvernehmliche Lösung bemüht und werde im Magistrat bald entscheiden.

Die Stimmung der Eltern im Kita-Streik scheint zu kippen: „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagen Katrin Wiche und Michaela Hübner. Mit einem Protestbrief haben sie sich im Namen vieler Wernswiger Eltern an den Magistrat gewandt.

Sie fordern die Stadt auf, die Räume des Kindergartens in Wernswig für die Dauer des Streiks den Eltern zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen und können die Situation nicht mehr hinnehmen“, so Hübner. Die Eltern hätten keinen Einfluss auf die Verhandlungsergebnisse, würden aber systematisch von allen Seiten als Druckmittel missbraucht. Sie beklagen, dass das Wohl der Kinder völlig vergessen werde. Die Auswirkungen des Streiks gingen an den Kindern nicht spurlos vorüber. „Sie wollen ja auch ihre Freunde und Erzieher sehen.“ Wenn Eltern täglich aufs Neue eine Unterbringung finden müssten, komme kein Alltag für die Kinder zustande. Auch komme es durch den Dauerstreik jetzt zu Missmut bei einigen Arbeitgebern der Eltern.

Zudem sei die finanzielle Forderung der Erzieher von 10 Prozent überzogen. „Das Eltern-Erzieher-Verhältnis wird verletzt und es wird schwer sein, wieder eine Gemeinschaft zu finden“, heißt es in dem Brief.

Über die Information aus dem Rathaus, dass man bei den Notgruppen nachbessern werde und bei den Gebühren eine Lösung finden wolle, zeigten sich die Wernswiger erleichtert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.