Fahrer und Sortierer fehlen

Wenn Helfer Hilfe brauchen: Tafel Homberg braucht dringend Unterstützung

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Sie brauchen dringend Unterstützung: Peter Laukner (von links), Karlheinz Betz, Dieter Hoppe, Wilhelm Wittich (beide im Auto), Dieter Werkmeister, Margret Artzt und Birger Fey sind für die Tafel im Einsatz. 

Ohne Helfer könnten die Tafeln in Deutschland Bedürftigen nicht helfen. Der Tafel in Homberg fehlen aber solche ehrenamtlichen Helfer.

Wenn sich die Männer der Tafel Homberg jeden Morgen auf den Weg durch den Schwalm-Eder-Kreis machen, dann wissen sie, dass sie wieder eine gute Tat vollbringen. Sie retten Lebensmittel – und retten damit Menschen. 20 Fahrer helfen ehrenamtlich bei der Tafel Homberg dabei, Obst, Gemüse und Konserven abzuholen, die Supermärkte nicht mehr verkaufen können. Bis zu 25 Frauen und Männer sortieren diese Waren bei der Tafel in Homberg. Doch jetzt benötigen auch sie Hilfe: der Tafel fehlen Ehrenamtliche.

„Durch Urlaub und Krankheit ist der Bedarf hoch“, sagt Dieter Werkmeister. Er kümmert sich als stellvertretender Fahrdienstleiter um die Verteilung der Touren. Von Montag bis Freitag sind die Fahrer – es sind ausschließlich Männer – unterwegs, holen Lebensmittel in Homberg, Borken, Knüllwald, Frielendorf, Schwarzenborn und sogar Oberaula und Hertingshausen ab – bis zu vier Stunden dauert das. Hin und wieder gebe es Sonderfahrten nach Schwalmstadt und Melsungen, sagt Tafel-Koordinator Peter Laukner. „Alle fünf Wochen fahren wir auch ins Lidl-Zentrallager nach Edermünde.“

Die Arbeit ist anstrengend, das geben die Fahrer zu. Es sei aber etwas, das Gutes tut. „Es herrscht guter Teamgeist zwischen Fahrern und Sortieren. Die Arbeit muss Hand in Hand gehen“, sagt Birger Fey, der seit zwei Jahren Fahrten übernimmt. Zwischen 50 und 60 Kisten holen die Helfer aus den Lagern der Supermärkte. „Da müssen wir schon vorsortieren“, sagt Fey. Alles, was durch die Sichtprobe fällt, wird nicht mitgenommen. Das Ziel ist es, Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten und sie an Bedürftige weiterzugeben. „Als wir angefangen haben, haben wir über die Masse an Lebensmitteln gestaunt“, berichtet Werkmeister.

Sie sortieren die Waren ein: von links Elisabeth Ganz, Sigrid Wagner und Rosa Pfoo

Diese Lebensmittel werden von den Sortierern anschließend richtig in Augenschein genommen. Vier bis fünf Ehrenamtliche helfen laut Peter Laukner täglich von morgens bis in den Vormittag dabei. Sie sortieren Gemüse in Körbe, räumen Müsli und Babynahrung in die Schränke und verteilen das Brot in den Regalen. Häufig unterstützen sie bei der Ausgabe, die zwei Mal wöchentlich stattfindet, berichtet Laukner.

Trotz der vielen helfenden Hände ist die Situation angespannt.„Wir wollten reagieren, bevor der Notstand zu groß wird“, sagt Margret Artzt. Die meisten der Helfer sind Rentner, mithelfen kann aber jeder. Wer möchte, kann sich die Touren anschauen, einfach mal mitfahren und beim Sortieren helfen. Niemand muss täglich ran, die Touren werden eingeteilt. Gesucht werden auch Helfer, die nicht regelmäßig unterstützen, sondern einspringen, wenn Not am Mann ist.

485 Menschen sind derzeit Kunden der Tafel Homberg

Die Tafel Homberg verteilt seit 14 Jahren Lebensmittel an Menschen mit geringem Einkommen. 485 Menschen, darunter 286 Erwachsene und 199 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden unterstützt. Alle 14 Tage können Lebensmittel abgeholt werden. Es gibt eine Warteliste, Kunden können erst nachrücken, wenn durch etwa einen Umzug ein Platz frei wird, berichtet Margret Artzt vom Diakonischen Werk. Im Durchschnitt holen die Ehrenamtlichen wöchentlich bis zu 138 Kisten Obst und Gemüse sowie 100 Kisten Brot und Backwaren bei Supermärkten ab.

Kontakt:Wer ehrenamtlich bei der Tafel mithelfen möchte, kann sich bei Peter Laukner melden unter Tel. 05681/2847532 und per E-Mail an info@tafel-homberg.de

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