1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Homberg (Efze)

Tierschutz: Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen Wildpark Knüll

Erstellt:

Von: Maja Yüce

Kommentare

Ein Baummarder im Wildpark Knüll führt zu Konflikten.
Ein Baummarder im Wildpark Knüll führt zu Konflikten. © Piecha/nh

Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert das Marder-Gehege im Wildpark Knüll. Das Tier sei wegen der Haltungsbedingungen verhaltensgestört.

Schwalm-Eder – Die Tierschutzorganisation Peta übt Kritik an den Haltungsbedingungen im Wildpark Knüll. Konkret geht es um einen Baummarder. Besucher haben der Tierrechtsorganisation ein Video zugespielt, das zeigt, wie ein offenbar verhaltensgestörter Baummarder ständig im Kreis läuft. Dabei werde deutlich, dass es sich nicht um eine Momentaufnahme handeln könne, weil sich auf dem Gehegeboden auf seiner Laufbahn bereits kreisrunde Furchen gebildet hätten, erklärt Peta. „Dem Baummarder muss es psychisch sehr schlecht gehen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta.

Tierschutzorganisation Peta fordert Auswilderung des Marders aus dem Wildpark Knüll

Die Tierschutzorganisation hat den Landkreis aufgefordert, eine mögliche Auswilderung des Tieres zu prüfen. Sollte die Freilassung nicht möglich sein, sollte der Wildpark für verbesserte Haltungsbedingungen sorgen. Grundsätzlich rät die Tierschutzorganisation davon ab, Wildparks und Zoos zu besuchen.

Schwalm-Eder-Kreis: „Mardergehege im Wildpark Knüll wurde vergrößert“

Dass die achtjährige Baummarder-Dame Verhaltensauffälligkeiten zeige, habe man im Wildpark Knüll wahrgenommen, sagt Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann: „Wir sehen das Problem“, sagt er. Allerdings hätte sich das Verhalten bereits deutlich verbessert, seit das Gehege vergrößert und für noch mehr Beschäftigung für das Tier gesorgt wurde. So sei das Gehege nun 100 Quadratmeter und damit fast doppelt so groß. Laut den Mindestanforderungen für die Haltung für Baummarder werde für deren Gehege nur eine Größe von 20 Quadratmetern vorgegeben, so Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich.

Wildpark Knüll reagiert auf Kritik von Peta: „Halten uns an das Tierschutzgesetz“

Man halte sich an das Tierschutzgesetz und komme den Auflagen mehr als nach. „Und wir wollen uns weiter verbessern“, betont Fröhlich. Nicht richtig sei aber der in dem kurzen Video vermittelte Eindruck, dass der Baummarder ohne Unterlass im Kreis laufe. „Er verhält sich oft auch natürlich, stromert im Gehege umher oder sonnt sich.“ Die Auswilderung des Baummarders sei jedenfalls keine Option und tierschutzrechtlich auch nicht erlaubt. Das Tier sei an Menschen gewöhnt und bereits zu alt, um sich in freier Wildbahn zurechtzufinden. (Maja Yüce)

Wildpark Knüll ist Bildungseinrichtung

Der Wildpark Knüll sei keine reine Vergnügungs-, sondern viel mehr eine Bildungseinrichtung, betont Vize-Landrat Jürgen Kaufmann. Es gehe dort auch darum, heimische Wildtiere zu erleben und etwas über sie zu lernen. Baummarder sind in europäischen Wäldern zu Hause. Sie zählen zu den Baumbewohnern. Laut Tierschutzorganisation Peta weist ihr Revier in freier Wildbahn oft eine Größe von 3,5 bis 9 Quadratkilometern auf. 

Auch interessant

Kommentare