Spitze ist aufgesetzt

Turmzier als Zeitkapsel: Zweiter Bauabschnitt der Udenborner Kirche ist abgeschlossen

Fünf Männer und zwei Frauen setzn Turmzier auf.
+
Um das Aufsetzen der Kugel kümmerten sich von links Robert Störmer, Christine und Harald Otto, Anke Koch, Ralf Gockel, Jürgen Rudolph und Pfarrer Bernt Loose.

Fotos, Euro-Münzen, HNA und FFP2-Maske - In der Turmzier der Udenborner Kirche steckt so Einiges. Die Zier kam auf die Spitze, weil der zweite Bauabschnitt so gut wie fertig ist.

Udenborn – Die Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten an der Kirche im Waberner Ortsteil Udenborn gehen langsam, aber sicher voran. Nachdem im ersten Bauabschnitt am Dachboden und Dachstuhl gearbeitet wurde, ist der zweite Bauabschnitt mit dem gestrigen Aufsetzen der Kirchturmspitze, der Turmzier, so gut wie abgeschlossen.

„Lediglich die Dachdecker erledigen noch Restarbeiten und der Blitzschutz wird angebracht“, sagten Bauleiter Jürgen Rudolph und Projektleiter Ralf Gockel von den Beratenden Ingenieuren HAZ aus Kassel.

Restaurierung der Udenborner Kirche: Turmzier als Zeitkapsel

Höhepunkt für Pfarrer Bernt Loose und den Kirchenvorstand um Anke Koch und Robert Störmer war das Aufsetzen der Turmzier. Christine und Harald Otto von der Metalldrückerei Otto aus Effelder hatten die Kirchturmspitze, bestehend aus Kugel und Wetterfahne, in ihrem Betrieb gefertigt und jetzt montiert.

In die Kugel wurde eine Dokumentenrolle eingesteckt, in der unter anderem ein Abriss der Udenborner Geschichte, Fotos aus Udenborn und der Kirche, Euro-Münzen, eine Ausgabe der HNA von Donnerstag sowie eine FFP2-Maske eingelegt wurden. Die Wetterfahne ist ein Nachbau des alten Modells, das sich durch die jahrelangen Witterungseinflüsse fast völlig aufgelöst hatte.

Restaurierung der Udenborner Kirche: Die Kosten

„Nach dem 200 000 Euro teuren ersten Bauabschnitt fallen jetzt weitere 240 000 Euro für den zweiten an“, sagte Pfarrer Bernt Loose gestern. Nach den bisherigen Kalkulationen sind für den dritten und letzten Bauabschnitt im kommenden Jahr weitere 90 000 Euro vorgesehen.

In diesem dritten Bauabschnitt, so Loose, müsse die Elektrik in der Kirche erneuert werden, da der Bestandsschutz erloschen sei und die jetzige Installation dann nicht mehr der geltenden VDE-Norm entspreche. Dazu werden auch Läutwerk und Heizung erneuert.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der dritte Bauabschnitt nach der Genehmigung der Kosten durch den Kirchenkreis Anfang 2022 in Udenborn starten.

Restaurierung der Udenborner Kirche: Die Geschichte

Im Waberner Ortsteil Udenborn mit seinen zurzeit 167 Einwohnern wurde 1798 eine alte, baufällige Fachwerkkirche abgerissen.

An gleicher Stelle wurde mit dem Bau einer Steinkirche begonnen. An der konnte wegen finanzieller Schwierigkeiten aber erst 1802 das Dach gedeckt werden, auch der Innenausbau verzögerte sich und war erst 1816 beendet.

Heute steht dort eine schöne Kirche mit umlaufender Empore und Kanzel über dem Altar in Udenborn. Die hölzerne Kanzel und der steinerne Altar stammen noch aus der Vorgängerkirche.

Die pfarramtliche Verbindung zu Kleinenglis bestand seit der Reformation, da der heutige Waberner Ortsteil Udenborn früher einmal zum alten Amt Borken gehört hat. Seit dem Jahr 2011 bildet Udenborn zusammen mit Cappel und Zennern die vierte Gemeinde im Kirchspiel Obermöllrich. (Peter Zerhau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.