Unsicherheit wegen Pandemie beim Abi

Erneut finden Prüfungen im Kreisteil Fritzlar-Homberg unter Coronabedingungen statt

Abi unter Corona-Bedingungen: vorne Lehrerin Dörthe Ricks vom Leistungskurs Englisch hat an ihre Schüler kleine Motivationspräsente verteilt.
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Abi unter Corona-Bedingungen: vorne Lehrerin Dörthe Ricks vom Leistungskurs Englisch hat an ihre Schüler kleine Motivationspräsente verteilt.

Die schriftlichen Abiturprüfungen sind seit der vergangenen Woche in vollem Gange. Das zweite Jahr in Folge sind sie überschattet von der Pandemie.

Fritzlar-Homberg –Schüler und Schülerinnen sind verunsichert, ob sie genügend Stoff gelernt haben im Homeschooling und im Präsenzunterricht. Optionale Schnelltests, verlängerte Klausurzeiten und Maskenpausen bestimmen den Prüfungsalltag.

CJD Oberurff

An der Jugenddorf Christophorusschule im Bad Zwestener Ortsteil Oberurff sind insgesamt 71 Abiturienten am Start, erklärt Studienleiter Christoph Heimbucher. Ein großer Vorteil sei, dass im vergangenen Jahr die neue Sporthalle eingeweiht wurde, in der die Abiturienten ihre Arbeiten nun mit viel Abstand schreiben können. Zusammen mit dem stündlichen Lüften seien dies gute Bedingungen.

50 Prozent haben bereits am ersten Tag das Schnelltestangebot angenommen. Das sei viel, denn es bestehe immerhin das Risiko eines positiven Ergebnisses mit all seinen Konsequenzen. Diese Schüler könnten dann bei negativem Ergebnis am Platz ihre Masken abnehmen. Außerdem dauern die Prüfungen eine halbe Stunde länger, da Maskenpausen eingeplant sind.

KHS Fritzlar

Wegen der Umstellung auf G9 gibt es nur 48 Abiturienten in diesem Jahrgang an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Normalerweise absolvierten bis zu 120 Schüler ihr Abitur dort. Die Abiturienten bleiben alle in einem Trakt, zehn bis 15 Schüler schreiben in einem Klassenraum.

Nur wenige nutzten den Schnelltest, aber auch diese seien bemüht, den größten Teil der Zeit die Maske zu tragen, obwohl sie das nicht müssten. Bis auf drei Wochen hätten sie das vergangene Schuljahr im Präsenzunterricht verbracht.

Neumark findet, dass die Schüler gelassen mit der Situation umgehen. Zur Erleichterung gebe es einen Vorschlag bei den Arbeiten mehr als sonst üblich. Die Lehrer könnten dann nach dem Öffnen der Umschläge am Morgen den aussortieren, von dem sie meinen, dass die Schüler nicht genügend darauf vorbereitet seien.

Studienleiterin der KHS Ulrike Behrens berichtet, es bestünde bei vielen dennoch die Angst, dass der zentral eingereichte Stoff vielleicht die Zeit betrifft, als sie noch im Distanzunterricht waren. Die Aufregung vor den Prüfungen sei noch größer als sonst, so ihr Eindruck.

Die Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen dauern bis Mittwoch, sie schließen mit den Mathearbeiten ab. Im Juni folgen die mündlichen Prüfungen. Bei drei Prüfern und einem Prüfling sehen die Verantwortlichen keinerlei Probleme. Das sei gut machbar. Anders sieht es bei praktischen Prüfungen im Sport aus. Schwimmen etwa entfalle komplett. Die KHS in Fritzlar hat diese Prüfungen vor den Osterferien abgeschlossen.

Umstellung auf G9

Da in diesem Jahr die Umstellung von G8 auf G9 ansteht, treten im Kreisteil Fritzlar-Homberg nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Schüler ihre Abiturprüfungen an. An der Homberger Theodor-Heuss-Schule gibt es wegen der Umstellung auf G9 in diesem Jahr überhaupt keine Abiturprüfungen, die KHS hat etwa knapp Hälfte der Abiturienten, an der Oberurffer Schule blieb die Zahl gleich, sie hatte nie auf G8 umgestellt.

So haben es die Schüler erlebt

Das Abitur sei unter diesen Umständen für viele schwierig, sagt Johanna Ricks (19) von der KHS. Im Homeschooling und Wechselunterricht habe man sehr viel Stoff verpasst, weil es schlecht angelaufen sei, bis das Konzept gestanden habe. Da die Prüfungen erst nach den Osterferien – später als normalerweise – begonnen haben, fehlte ihr der Zusammenhalt kurz vor Beginn. Außer Zoommeetings sei da nichts.

Man habe auch keine Infektion riskieren wollen und sich daher nicht getroffen, um die Teilnahme nicht zu gefährden. Die Tests bergen ein Risiko. Wenn sie positiv oder auch falsch positiv seien, riskiere man seine Prüfung. Insgesamt sei es eine belastende Zeit. An Spaß gab es nur die Mottowoche vor den Ferien, aber auch das sei nur bedingt wirklich lustig gewesen. Nach der ersten Prüfung ist sie nun gelassener.

Isabelle Reinhard (18) aus Bad Zwesten fühlte sich gut vorbereitet. Die CJD bot den Abiturienten Präsenzunterricht in den vergangenen Monaten. Sie hat sich gegen einen Schnelltest entschieden. Ohnehin habe sie sich quasi in den Ferien in eine Art Selbstquarantäne begeben, dazu sei ihr geraten worden. Schade findet sie es, dass sie keinen Ausgleich hatte, Treffen mit den Freunden waren nicht möglich. (Christine Thiery)

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