MT-Melsungen-Trainer war Gastredner 

Sport und Wirtschaft: Moderator Thomas Ranft (von links), Bäcker Olaf Nolte, Michael Roth, Kreishandwerksmeister Frank Dittmar, Friedemann Seitz, Geschäftsführer der Melsunger Solupharm GmbH, und Vizelandrat Winfried Becker. Foto: Thiery

Homberg. Er ist ein Sinnbild für Erfolg und das Führen von Menschen: Michael Roth, Trainer der MT Melsungen, gilt mit seiner sportlichen Erfolgen als Experte für die Motivation. In dieser Funktion war er Gastredner auf dem Unternehmertag des Zentrums für Wirtschaft in Homberg.

Allein das Auftreten des 52-Jährigen ist voller Kraft und Ausstrahlung. Lässig und sympathisch strahlte er Energie pur aus. Locker unterhielt er das Publikum mehr, als dass er einen Vortrag hielt und führte sie in seine zehn goldenen Regeln für den Erfolg ein: Das Führen der Mannschaft sei ähnlich wie ein kleines Unternehmen zu leiten, sagte er. Und begann mit ganz anderen Seiten als man diese in der harten Arbeitswelt so oft hört. Sensibilität für Menschen und das Zeigen menschlicher Seiten seien wichtig.

Es fielen auch Schlagworte wie Authentizität. Der Unternehmer sollte sich nicht verstellen, er müsse für die Menschen spürbar sein und ausstrahlen was er will. Ohne Motivation ist alles schwierig, sagte er. Und die Motivation fange beim Chef an.

Roth erzählte von den Anfängen seiner Zeit in als Handballer und der ersten Trainerzeit bei der MT. Er erzählte auch von seiner Krankheit, Prostatakrebs, die er 2009 nahezu gleichzeitig mit seinem Zwillingsbruder Uli bekam und in einem Buch verarbeitete. Damals habe er seine Arbeit zurück gestellt. Krank hätte er sich nie vor seine Leute stellen können, um sie zu führen. Er riet auch zu Verantwortung sich selbst gegenüber, gab Tipps gegen Burn Out. „Nehmen Sie sich regelmäßige Auszeiten.“

Es kamen auch Ratschläge wie Disziplin, Organisation, Struktur und starker Wille zur Umsetzung der Ziele, die er als wichtige Faktoren sieht, ebenso wie Strategie, Leistung, Kommunikation und Integration. Und auch Kontrolle kam vor. Kontrolle sei nagativ besetzt, aber man könne den Mitarbeitern dabei das Gefühl geben, dass man sich für ihre Arbeit interessiere.

„Die Basis der Motivation ist das Vertrauen der Mitarbeiter“, sagte er. Er nannte noch das Zuhören. Sich Zeit für den Mitarbeiter zu nehmen, schaffe Vertrauen. Wenn man in die Gruppe rein höre, komme dies als Vertrauen zurück. Da schließe sich der Kreis. Und er riet den Chefs fit zu bleiben. Gesunde Ernährung, Körperbewusstsein und Sport gehörten dazu, um die Energie auszustrahlen, die von innen komme. Und auch als Vorbeugung für den Burn Out. Dazu zählte er es auch, Gefühle zu zeigen und Angst zu lassen. Man müsse die Verantwortung mit Vertrauten teilen, und Mut haben über seine Ängste zu sprechen, das hält Roth für einen guten Schlüssel im Umgang mit der oft großen Verantwortung.

Moderator Thomas Ranft führte später durch den Abend und leitete die Podiumsdiskussion. Friedemann Seitz, Geschäftsführer der Solupharm in Melsungen war besonders beindruckt davon, dass Authentizität einer der Erfolgsfaktoren für Motivation seien. Weitere Diskussionspartner waren Frank Dittmar, Kreishandwerksmeister und Bäcker Olaf Nolte sowie Werner Schwalm von der WMZ Werkzeugmaschinenbau.

Von Christine Thiery

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