Müllabfuhr kam nicht in alle Orte

Viel Schnee und Minusgrade: Straßenmeistereien im Schwalm-Eder-Kreis weiter im Einsatz

Zwei Männer stehen an einem Müllauto, ein weiterer läuft zu einer Mülltonne.
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Schnee und Eis haben in den ersten Wochentagen viele Terminpläne durcheinandergewirbelt: Auch die der Müllabfuhr hatte am Montag Probleme, manch abgelegene Dörfer anzufahren.

Das Extremwetter hat mit Busse, Bahnen und auch Müllfahrzeuge aus dem Fahrplan geworfen.

Fritzlar-Homberg – Wir haben nachgefragt, wo der Schnee die Pläne durcheinandergewirbelt hat.

Müll

In Homberg konnte die Entsorgungsfirma Wiederhold wegen der Schneemassen manches hoch gelegene Dorf nicht ansteuern, um den Hausmüll abzufahren. „Wir hatten schon am Sonntag Schneeketten auf die Fahrzeuge gezogen“, berichtet Monika Corell-Wiederhold aus Homberg. „Aber bei der extremen Wetterlage konnten wir selbst damit einige Orte nicht bedienen.“ Wiederhold entsorgt den Müll in ganz Homberg, Frielendorf und in Teilen von Wabern, Knüllwald und Malsfeld.

Am Dienstag wurden diese Dörfer dann angesteuert – genau wie alle anderen, in denen die Leerungstermine anstanden. „Der Hausmüll wird wieder planmäßig abgeholt“, so Corell-Wiederhold. Ihre Bitte: Die Tonnen sollten gut sichtbar und nicht hinter Schneebergen verborgen am Straßenrand stehen. Und: Es sollten sich wegen der eisigen Kälte keine feuchten Abfälle befinden. Die gefrieren zu einem Klotz, der nicht aus der Tonne fällt. Die Mitarbeiter dürfen nicht hineingreifen und den Unrat lockern: Das ist aus Sicherheitsgründen verboten. Die Sperrmülltermine aber, die für Dienstag, Mittwoch Donnerstag anberaumt waren, wurden gestrichen. Denn es gibt wegen der aufgetürmten Schneemengen gar nicht genügend Platz auf den Gehsteigen, um ausgediente Möbel zur Abholung bereitzustellen.

Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) teilt mit, dass die Deponien in Wabern und Schwalmstadt sowie die in ihrem Auftrag betriebene Kompostierungsanlage in Homberg weiter geöffnet sind.

Verkehr

Auch am Dienstag war der ÖPNV im Landkreis weitestgehend stillgelegt: Die regionalen Linienbusse der Nahverkehr Schwalm-Eder GmbH (NSE) fuhren laut Winfried Kahlhöfer nicht. Für die Busse sei es auch am Dienstag schlichtweg nicht möglich gewesen, auf einer festgefahrenen Schneedecke zu fahren. „Das ist einfach zu gefährlich“, so die Einschätzung der NSE am Dienstagmorgen. Zwar seien die Unternehmen den ganzen Dienstag unterwegs, um die Situation besser einschätzen zu können – „aber wir können noch nicht abschätzen, wann die Busse wieder zum Einsatz kommen“, sagt er. Einige Ausnahmen gab es aber: Folgende Linien fuhren bereits seit Dienstag wieder mit Einschränkung: Linie 457, Linie 442, Linie 441 und 440 sowie Linie 400 und 500.

Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) stimmt zu, dass die Verkehrslage wettertechnisch noch immer angespannt ist. „Die Züge aus Richtung Süden, beispielsweise aus Frankfurt, kommen weitestgehend an.“ Zwischendurch gebe es aber immer wieder Ausfälle. Die gute Nachricht: Der Cantus zwischen Kassel und Fulda sowie Züge in Richtung Bad Wildungen führen. Der Busverkehr soll voraussichtlich ab heute wieder rollen, sofern es möglich ist. Von einer normalen Verkehrslage könne aber nicht die Rede sein. „Wann sich die Lag im Schienenverkehr normalisiert, ist noch nicht abzusehen.“ Sie empfiehlt, sich in den nächsten Tagen über aktuelle Situation zu informieren.

Und zwar über die NVV-App, das NVV-Servicetelefon unter 0800 / 9 39 08 00 oder nvv.de.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee und Minusgrade im zweistelligen Bereich fordern die Straßenmeistereien weiterhin, heißt es von Hessen Mobil. „Wir tun unser Möglichstes, um den noch liegenden Schnee und die teilweise darunterliegenden Eisschollen so schnell es geht zu beseitigen.“

Bei den derzeit niedrigen Temperaturen brauche das Salz etwas länger bis es wirke. Völlig schwarze Straßen werde es bei den vorhergesagten Temperaturen wahrscheinlich in dieser Woche nicht überall geben, so Hessen Mobil. Aktuell sind in den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Schwalm-Eder-Kreis rund 25 Fahrzeuge für den Winterdienst von Hessen Mobil im Einsatz.

Trotz aller Bemühungen und einer optimierten Routenplanung könne der Winterdienst jedoch nicht überall gleichzeitig sein. Strecken mit viel Verkehr sowie Steigungs- und Gefällabschnitten würden zuerst angefahren. Generell sollten Verkehrsteilnehmer für ihre Fahrt auch weiterhin etwas mehr Zeit einplanen, so Hessen Mobil. Bis auf die Kreisstraße 140 zwischen Bischofferode und Weidelbach seien jedoch alle Straßen im Landkreis frei, so Hessen Mobil weiter. Die Fahrbahn der Kreisstraße 140 muss mit einer Schneefräse von Schneeverwehungen befreit werden. (Claudia Brandau, Linett Hanert, Daria Neu)

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