Gutachter: Lange Liste mit Giften

Voll mit Schadstoffen: Frühere Homberger Klinik soll abgerissen werden

+
Das Ende naht: Das seit 2010 stillgelegte Hombergerer Krankenhaus wird abgerissen. Wann mit den Arbeiten begonnen wird und wie teuer sie werden, ist noch nicht bekannt. 

Homberg. Das ehemalige Homberger Krankenhaus steckt voller Schadstoffe, von Asbest bis PCB. Der Eigner, der Asklepios-Konzern, möchte das Gebäude möglichst bald abreißen. 

Asbest, polychlorierte Biphenyle, künstliche Mineralfasern, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe – die Liste der Schadstoffe liest sich wie ein Auszug aus dem Wörterbuch der Chemie. 

Ein Gutachten im Auftrag des Klinikkonzerns hat nach Darstellung des Pressesprechers, Rune Hoffmann, zu Tage gefördert, dass die Immobilie nahezu überall mit Schadstoffen belastet ist. Das sei aufgrund der Baugeschichte nicht anders zu erwarten gewesen, denn das Gebäude wurde Mitte der 1960er-Jahre gebaut.

Vielzahl an Schadstoffen

Die Vielzahl an Schadstoffen erschwert den geplanten Abriss. Asklepios wollte bis Ende Januar einen Kosten- und Abrissplan vorstellen. Doch bislang hätten die angefragten Firmen noch keine Kostenvoranschläge abgegeben, erklärt Asklepios-Sprecher Hoffmann die Verzögerung. Wann es mit dem Abriss los geht und welche Auflagen bei der giftigen Gemengelage zu beachten sind, sei noch nicht bekannt.

Nicht alles stillgelegt

Erschwerend kommt hinzu, dass Teile der Gebäude noch genutzt werden. Untergebracht sind dort die Notarztzentrale und das Familienzentrum mit Elternschule. Für den Notarzt sind nach Darstellung von Bürgermeister Dr. Nico Ritz neue Räume gefunden worden. Und auch für das Familienzentrum zeichne sich eine Lösung ab. Ziel sei es, beide Angebote in der Stadt zu halten, sagt Ritz. Wie es mit dem 40.000 Quadratmeter großen ehemaligen Klinikgelände weiter geht, steht in den Sternen. Während Asklepios mit den Betreibern des benachbarten Seniorenwohnheims Papillon über eine mögliche Nutzung für betreutes Wohnen verhandelt – „das Ergebnis ist offen“, kommentiert Hoffmann –, verfolgt die Stadt Homberg ihre eigenen Interessen.

„Ein guter Schritt“, kommentiert Bürgermeister Ritz die Verhandlungen. Denn das könnte ein Baustein für die künftig Nutzung des Areals sein. Gleichzeitig spricht die Stadt mit dem Gesundheitskonzert über einen städtebaulichen Vertrag.

Städtebaulicher Vertrag

Darin soll geregelt werden, was auf dem Gelände tatsächlich entstehen soll und wer die Kosten beispielsweise für einen Architektenwettbewerb tragen soll.

Über den Stand der Gespräche wollte Asklepios-Sprecher Hoffmann nichts sagen. „Wir sind bemüht, mit der Stadt eine Lösung zu finden, Doch zuvor muss die Nutzung definiert werden.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.