Wanderwege bis 2021 gesperrt

Nur noch ein Weg führt zur Hohenburg - Viele Bäume am Homberger Schlossberg sterben ab

Sie wollen den Wald schützen: von links Baumläufer Sebastian Möller, Forstamtsleiter Florian Koch, Bauhofleiter Frederick Naumann und Förster Norbert Hänel an einem Wanderweg, der zur Burg führt.
+
Sie wollen den Wald schützen: von links Baumläufer Sebastian Möller, Forstamtsleiter Florian Koch, Bauhofleiter Frederick Naumann und Förster Norbert Hänel an einem Wanderweg, der zur Burg führt.

Viele Wanderwege rund um die Homberger Hohenburg sind derzeit gesperrt – und werden es voraussichtlich auch noch bis ins nächste Frühjahr bleiben. Grund dafür sind umfangreiche Sicherungsarbeiten im Wald.

Vor allem die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer und Sturm Friederike sind die Gründe dafür, dass einige der bis zu 200 Jahre alten Bäume absterben. Sie müssen gekürzt oder gar ganz gefällt werden.

Darüber hinaus steht die Totholzpflege an. Etwa 600 Bäume sind betroffen, schätzt Bauhofleiter Frederick Naumann. Die meisten schmalen Pfade sowie der Rundweg sind nun für Wanderer nicht mehr zugänglich. Die Burg ist nur noch über die asphaltierte Straße erreichbar.

Trockene Baumkrone ist gefährlich 

„Es geht nicht um einen Kahlschlag des Waldes am Burgberg“, betont Norbert Hänel, Leiter des Forstreviers Homberg. Viel mehr sei es erforderlich, Wanderer und Spaziergänger vor herabfallenden Ästen zu schützen. Die Stadt als Eigentümerin hat eine Verkehrssicherungspflicht – sogar eine erhöhte, denn es gibt Wanderwege, Parkplätze, Sitzgelegenheiten im Wald. Dieser Pflicht komme sie nun nach, sagt Florian Koch, Leiter des Forstamts Neukirchen. Denn: „Fällt eine trockene Baumkrone zu Boden, wirkt die wie eine Splittergranate.“

Wege bis 2021 gesperrt

Genau von dieser Trockenheit seien viele Bäume betroffen. Viele Buchen am Burgberg sterben ab, zahlreiche Eschen sind von Pilzen befallen. Die Dürre der vergangenen Jahre habe den ohnehin trockenen Standort am Burgberg, der auf einem Basaltkegel ruht, zusätzlich geschwächt. „Die Bäume stehen unter Trockenstress“, sagt Koch. Auch der Efeu, der sich an vielen Bäumen emporrankt, werde einige davon „in die Knie zwingen“. Efeu sei ein Parasit, mit dem Bäume normalerweise umgehen könnten – wenn sie nicht ohnehin stark angegriffen sind. In den nächsten Wochen machen sich die Experten an die Totholzpflege, nehmen vertrocknete Äste aus den Bäumen, entfernen abgestorbene Baumkronen. „Restkronen bleiben stehen, weil viele der Bäume teilweise noch leben“, erklärt Sebastian Möller von der Firma Baumläufer. An den abgenommenen Stellen könnten die Bäume dann etwa Höhlen ausbilden, in denen Spechte und Insekten nisten. An die eigentlichen Fällarbeiten von besonders stark geschädigten Pflanzen im oberen Teil des Burgbergs geht es erst ab Oktober. Dann ist die Brut- und Setzzeit vorbei – solange dürfen die Bäume nicht bearbeitet werden. Aus diesem Grund müssen die Wege so lange gesperrt bleiben. Würde man sie weiterhin geöffnet halten, würden Wanderer gefährdet, so die Experten.

Totes Holz soll im Wald verbleiben 

Obwohl es nicht um einen Kahlschlag geht – eine Veränderung werden Spaziergänger wahrnehmen: „Eine Freifläche ist nicht vermeidbar.“ Die aber, so die Experten, werde sich wieder in die Umgebung einpassen.

Das tote Holz soll im Wald verbleiben. „Dann können Vögel und Insekten nisten und sich Pilze ansiedeln“, sagt Koch. Die wiederum brächten Samen aus, wodurch neue Pflanzen wie Feldahorn und Holunder wachsen könnten. So erobere sich die Natur die freigewordene Fläche zurück. „Das hilft ihr, auch wenn es erst einmal nicht das ästhetische Empfinden der Menschen befriedigt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.