Stube bietet Platz zum Recherchieren

Wachturm im Homberger Hochzeitspförtchen soll Schreibwerkstatt werden

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Ort zum Recherchieren und Sinnieren: Alfred Uloth von der Burgberggemeinde schlägt vor, aus dem Hochzeitspförtchen eine Schreibwerkstatt zu machen. 

Homberg. Ganz romantisch liegt es da und lädt zum Träumen ein – das Homberger Hochzeitspförtchen. Noch ist die alte Wachstube ungenutzt. Das könnte sich künftig ändern.

Wenn es nach Alfred Uloth von der Homberger Burgberggemeinde geht, könnte dort eine kleine Stadtschreiberstube entstehen – für Historiker, Geologen, Studenten.

Sie war damals der einzige Weg für Passanten von der Stadt hinauf auf die Burg, stellte bei Gefahr den Zugang sicher und wurde deshalb auch Geheimgang genannt. Im Jahr 1636 sollen gar bis zu 3000 Menschen auf der Burg Schutz gesucht haben. Der Durchgang durch die Stadtmauer mit dem liebevollen Namen Hochzeitspförtchen besitzt deshalb auch ein kleines Wachhäuschen, in dem Soldaten ihren Dienst taten.

Heute gibt es dort keine Soldaten mehr. Dafür gibt es einen alten Schaukelstuhl, ein paar Kisten, jede Menge Staub und ein großes Loch in der Decke in dem kleinen Wachhäuschen, das im 30-jährigen Krieg zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Genutzt wurde das Hochzeitspförtchen seither nicht mehr, erzählt Alfred Uloth.

Doch trotz des langen Leerstands wirkt der Raum, als befände er sich in einem Dornröschenschlaf. Als müsse er nur wachgeküsst werden. Der ganze Charme des kleinen Zimmers wird deutlich, wenn man die Stiege Stufe für Stufe hinaufsteigt. Die bunten Fensterscheiben geben einen herrlichen Blick über die Dächer der Altstadt und das Umland Hombergs frei. Ausgestattet mit Schreibtisch und einem kleinen Ofen könnten diesen Blick Studenten, die an ihrer Abschlussarbeit schreiben, Historiker, Stadtplaner oder Geologen genießen, sagt Uloth.

Umgestaltung der nördlichen Stadtmauer in Homberg

„Sie könnten dort neue Ideen entwickeln und Themen recherchieren, durch die wir mehr über die Stadt erfahren.“ Möglich wäre es etwa, die Stube für sechs Monate zu vergeben und Interessenten dort arbeiten zu lassen. „So könnten wir vielleicht auswärtige Experten nach Homberg holen“, sagt Alfred Uloth und spielt dabei auf Marius Kröner an. Der half damals dabei, Brunnenstücke auf dem Burgberg freizulegen, und schrieb auch seine Magisterarbeit zu dem Thema „Eine Burg im Brunnen lag und schlief...“, in der es um den Burgbrunnen der Hohenburg ging.

Für die Herrichtung des Zimmers zur Stadtschreiberstube müssten das Dach neu gedeckt und die Löcher in der Decke ausgebessert werden. Außerdem fehle eine Isolierung. Auch die Zugangstreppe müsste erneuert werden, sagt Uloth. Finanzierbar wäre das Projekt über das Förderprogramm Zukunft Stadtgrün, das eine Laufzeit von insgesamt zehn Jahren hat.

Die Umgestaltung der nördlichen Stadtmauer ist im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mit Priorität zwei versehen. Sollte ein Konzept für die Idee entwickelt werden, müsste es dann natürlich noch von der Homberger Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.

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