Familie hinterlässt verdreckte Wohnung: Wände voll mit Schimmel

Holzhausen. Zwei Jahre lang hatte das Ehepaar Küster ihr Haus an eine Familie vermietet. Diese ist nun ausgezogen und hat den Küsters eine Wohnung voller Schimmel und Dreck hinterlassen.

In der Wohnung riecht es nach kaltem Rauch. In der Küche ist eine gefüllte Mülltonne abgestellt, die Wände der Wohnung sind vergilbt und der Schimmel hat jedes Zimmer befallen.

Der Geruch nach Feuchtigkeit und Rauch lässt sich jedoch auch durch die geöffneten Fenster nicht vertreiben: „Ich lüfte jeden Tag, aber ich bekomme den Gestank einfach nicht weg“, sagt Jutta Küster.

Zwei Jahre lang hatte Familie Küster ihr Haus an eine Familie vermietet. Das Paar musste ausziehen und hat Jutta und Manfred Küster eine Wohnung voller Schimmel und Dreck hinterlassen - die Renovierung müssen Küsters jetzt selbst zahlen. Das Wohnhaus ist seit 25 Jahren in Besitz von Familie Küster, mit Mietern hätten sie bisher nie Probleme gehabt.

Auf einen Aushang von Jutta Küster meldete sich die vierköpfige Familie und schaute sich die Wohnung an. „In der Nachbarschaft habe ich nur Gutes von ihnen gehört“, sagt die Hausbesitzerin. Viel Kontakt habe sie jedoch nie zu ihren Mietern gehabt, sie seien immer sehr auf Distanz gewesen.

Jetzt ist die Familie ausgezogen, den Haustürschlüssel hat sie einfach in den Briefkasten geworfen. „Wir haben die Wohnung renoviert übergeben. Jetzt ist alles vergilbt und schimmlig“, sagt Küster.

Das Ehepaar habe gemeinsam mit seinen Töchtern in dem Haus gewohnt. Als eine der beiden auszog, habe die Familie in eine kleinere Wohnung umziehen müssen. Das sieht die Agentur für Arbeit vor, wenn das Amt die Miete zahlt. „Obwohl wir drei Monate Kündigungsfrist haben, sind sie innerhalb von vier Wochen ausgezogen“, sagt Küster.

Bei seiner Hausärztin hätte das Paar sich eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass sie wegen des Schimmels die Wohnung sofort verlassen müssten. Der Schimmel habe sich aber nur bilden können, weil die Familie die Räume nie gelüftet habe, sagt die Vermieterin.

In einem Brief gibt Jutta Küster ihren ehemaligen Mietern die Chance, die Wohnung zu reinigen. Dass die noch einmal kommen, glaubt die Hausbesitzerin allerdings nicht: „Den Schaden müssen mein Mann und ich allein tragen.“

Für die Renovierung des Hauses müsse die Familie Experten beauftragen, die viele Arbeit sei allein nicht zu bewältigen: Müll muss aus dem Keller sowie den Wohnräumen entfernt und Tapeten abgekratzt werden. Wie groß der Schaden in der Toilette ist, weiß Jutta Küster nicht - die Tür ist verschlossen und den Schlüssel haben ihre ehemaligen Mieter nicht abgegeben.

Das sind aber nur Schäden, die sichtbar sind. Ob Bäder neu gefliest, Heizungen und Türen ausgetauscht werden müssen, wisse sie noch nicht. Wie stark die Wohnung mit Schimmel befallen ist, lasse sich ebenfalls noch nicht sagen.

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