Hessische Waldarbeitermeisterschaften

Waldarbeiter messen sich in Remsfeld

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Ohne Fleiß, kein Preis: Hartmut Keim, einer der ältesten Teilnehmer bei der Hessischen Waldarbeitermeisterschaft, bereitet sich auf seinem Grundstück auf die Veranstaltung vor. Seine Übung: Entasten, das präzise Absägen von Ästen eines vorbereiteten Wettkampf-Stamms.

Remsfeld. In Remsfeld findet erneut die Hessischen Waldarbeitermeisterschaften statt. Forstwirte messen sich dort ihr Fachwissen,  Schnelligkeit und  Präzision - mit der Säge. 

Es geht vor allem um Präzision und Schnelligkeit – und das mit der Säge. Bei den 13. Hessischen Waldarbeitermeisterschaften dreht sich in Remsfeld alles um den perfekten Schnitt am Baum. Zum zweiten Mal kommt die Landesmeisterschaft nach Knüllwald. Sie findet von Freitag, 23. Juni, und Sonntag, 25. Juni, auf einem Grundstück am Gewerbegebiet statt.

Und das aus gutem Grund, weiß Organisator Hartmut Keim: „Die Location in Remsfeld in durch die Autobahnnähe attraktiv. Wir befinden uns in der Mitte Deutschlands, sind für alle Teilnehmer gut zu erreichen und auch für Durchreisende ein idealer Zwischenstopp“, sagt Keim. Eben auch für Touristen wird es auf jeden Fall etwas zu sehen geben, ist sich Keim sicher. In verschiedenen Disziplinen messen sich erfahrene und angehende Forstwirte, um Punkte für eine Teilnahme an der Europa- und an der Weltmeisterschaft zu sammeln.

Es muss schnell gehen

Beim Wechseln der Kette einer Säge auf Zeit ist Schnelligkeit gefragt. „Die Teilnehmer haben nur wenige Minuten, dauert es mehr, gibt es Minuspunkte“, sagt Keim. Teilweise seien die Waldarbeiter so flink mit den Händen, dass die Zuschauer nur staunen könnten, so Keim.

Ist die Säge wieder ordnungsgemäß zusammengebaut, geht es weiter mit dem Kombinations- und mit dem Präzisionsschnitt: Dabei werden jeweils einige Zentimeter dicke Scheiben aus einem Baumstamm gesägt. Je nach Disziplin gelten bestimmte Vorgaben, wie beispielsweise der Winkel des Einschnitts – bei Verstoß drohen Minuspunkte. Präzises Arbeiten, auch beim so genannten Entasten eines Stamms, ist daher ein Muss, um die Punktzahl am Wettkampfende zu erreichen, die für eine Qualifizierung zur Deutschen Meisterschaft nötig ist.

Wie schnell man einen aufrecht stehenden Baumstamm zum Fall bringen kann, zeigen die bislang angemeldeten 80 Teilnehmer bei der Zielfällung. Innerhalb von drei Minuten wird ein Baum so angeschnitten, dass er einen 15 Meter entfernten Zielpflock trifft. Damit werde nicht nur Zielgenauigkeit, sondern es werden auch Sicherheits- und Qualitätskriterien beurteilt.

Hartmut Keim: „Bei den Meisterschaften werden Arbeitsweisen angewendet, die im Arbeitsalltag zur Sicherheit der Mitarbeiter und der Qualität ihrer Arbeit beitragen.“ Man messe also nicht nur sein Können, sondern schärfe auch sein Arbeitshandwerk.

Fortsamt bietet viele Aktionen an

Das Forstamt Neukirchen bietet den Besuchern der Waldarbeitermeisterschaften viele Mitmachaktionen an. Baumzielfällungen und rasend schnelle Kettenwechsel – wer Lust hat, kann gerne bei vielen technischen Herausforderungen mitmachen. Das Forstamt will die Faszination der Waldarbeit erlebbar machen, teilt Leiter Günter Schumann mit: Die Gäste können mit HessenForst einige Profidisziplinen erleben. Schumann ist sich sicher, dass sich die Begeisterung für die Arbeit an der Motorsäge schnell überträgt – nicht nur beim Zuschauen, sondern vor allem auch beim Mitmachen. Der Kettenwechsel auf Zeit ist beispielsweise eine der Profidisziplinen, als Hauptpreis winkt ein Raummeter Brennholz aus Buche. Die Siegerehrung ist gegen 17 Uhr am Stand von HessenForst. Kinder können sich übrigens beim Baum-Entasten üben: Sie können mit einer Spielzeugmotorsäge und per Klettstoff befestigte Kunstäste abschneiden.

Programm der Waldarbeitsmeisterschaft 

• Freitag, 23. Juni: Anreise und Startnummervergabe ab 15 Uhr, um 16 Uhr beginnen die Zielfällungen. • Samstag, 24. Juni: Anreise und Startnummervergabe bis 8 Uhr, danach Eröffnung der Landesmeisterschaft um 8.30 Uhr. Von 9 bis 17.30 Uhr werden die einzelnen Disziplinen durchgenommen. • Sonntag, 25. Juni: Gottesdienst auf dem Wettbewerbsgelände von 9 bis 9.45 Uhr. Gegen 9.30 Uhr beginnen die Disziplinen. Ab 15 Uhr findet das Entastungsfinale der Hessenklasse, U24 und Profis statt. Die Sieger werden gegen 16.30 Uhr geehrt.

www.vwmd.de

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