81 Brücken werden von der Stadt Homberg betreut - Neubau in Holzhausen

Klein, aber oho: Die Brücke in Holzhausen wurde erneuert. Die Kosten dafür: 145 000 Euro. Foto: Yüce

Homberg. Der Weg über den Mühlengraben in Holzhausen ist wieder frei: Die Bauarbeiten sind abgeschlossen. 145 000 Euro hat die Stadt Homberg in die Sanierung der Brücke gesteckt.

Ein wenig könnte man sich in Holzhausen wie in klein Venedig fühlen, sagt Alwin Dilcher, vom Bauamt der Stadt im HNA-Gespräch. Allein in dem kleinen Stadtteil gibt es 13 Brücken. Zum Vergleich, in der Kerntadt sind es 23. Insgesamt gibt es 111 solcher Bauwerke im Stadtgebiet, 81 davon müssen von der Stadt betreut werden.

Die Bauwerke zu untersuchen und zu unterhalten, das ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Viel zu tun also für die Mitarbeiter des Bauamtes. „Wir haben 2005 damit begonnen, die ersten Brücken zu untersuchen“, sagt Nils Arndt, technischer Leiter der Bauamtes.

Seit 2007 gibt es ein Brückenkataster und das gebe einen Überblick darüber, wie der Zustand der Bauwerke ist. Schnell wurde klar, dass nicht nur viel Arbeit anstehe, sondern auch viel Geld ausgeben werden müsse, so Arndt. Denn 23 Bauwerke waren in einem schlechten Zustand. Es bestand kurzfristiger Handlungsbedarf. Schließlich gehe es dabei immer auch um die Sicherheit - aufgrund des Alters, der Bauweise oder der besonders hohen Verkehrsbelastung seien die Brücken an ihre Grenzen gekommen. 47 wurden mit ausreichend bewertet und elf schnitten gut ab.

Mittlerweile habe man fast alle Bauwerke im Griff, erklärt Arndt. In den vergangenen acht Jahren wurden die Hauptschäden beseitigt. Darauf ist das Team des Bauamtes auch ein wenig stolz. „Wir haben früh mit den Arbeiten begonnen und sind jetzt gut dabei“, sagt Arndt. „Was wir machen konnten, haben wir gemacht. Viele der Arbeiten mussten wir an Fachfirmen vergeben.“

Die Stadt hat seit 2008 insgesamt 220 000 Euro allein für die Brückenunterhaltung ausgegeben. Hinzu kommen die Kosten für Neubauten und Sanierungen: 1,63 Mio. Euro für 17 Brücken.

Derzeit gebe es nur noch zwei Brücken, bei denen man aktiv werden müsse. „Dabei geht es um lebenserhaltende Maßnahmen für die Brücke in Relbehausen und dann noch um eine kleine Brücke in Allmuthshausen.“ Immer wieder müsse man sich auch fragen, wie man mit den Bauwerken umgehe. „Gibt es statt einer teuren Sanierung eine andere Lösung?“, sagt Arndt. Etwa andere Anfahrten, andere Gehweg-Anbindungen oder günstigere Lösungen wie den Einbau von Altteilen. Diese Gedanken mache man sich immer, betont Arndt. Aber nicht immer sei das machbar und dann müsse man halt tiefer in die Tasche greifen, um der Pflichtaufgabe nachzukommen. Das war zum Beispiel bei der Batzenmühle so. „Wir mussten für die Zufahrt 204 000 Euro ausgeben.“

Klein aber oho ist die Brücke über den Jordan in Lembach: „Im Sommer fließt dort fast kein Wasser, aber durch die Brücke werden Häuser erschlossen“, sagt Heinz Ziegler, Leiter des Bauamtes. Deshalb müsse sie erhalten werden. Kosten: 112 000 Euro. „Wir haben einige solcher Exoten, weil wir viele kleine Fließgewässer und Gräben haben.“

Alle fünf Jahre gibt es Bauwerkskontrollen. „Wir sehen der nächsten entspannt entgegen und werden erstmal Ruhe haben“, sagt Arndt. Allerdings bedeute das nicht, dass Stillstand herrsche. Jetzt wird dafür gesorgt, dass der Zustand der Brücken nicht wieder schlechter wird - das kostet Geld, spart aber auch welches.

Von Maja Yüce

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