Mysteriöse Vorgänge auf der Burg

Wer blies bloß die Kerze aus - Burgkerze in Homberg erloschen

Wieder aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen: Die Burgkerze auf dem Homberger Burgberg.  
 
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Wieder aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen: Die Burgkerze auf dem Homberger Burgberg.

Dass die Homberger Burg im Winter aus allen Richtungen schon von Weitem zu sehen ist, weil eine riesige Kerze den Berg hell erstrahlen lässt – daran hat man sich längst gewöhnt. Seit 21 Jahren ist das schließlich schon so. Umso erstaunter ist so mancher Betrachter, wenn es einen Abend lang plötzlich dunkel bleibt hoch über der Stadt. So wie am Sonntag.

Homberg - Unbekannte haben der Kerze den Gar ausgemacht – und den Stecker gezogen. Wie sie an das Kabel kamen, ist unklar. Denn eigentlich war das sicher hinter Schloss und Riegel versteckt.

„Die Tür zum Turm und zum Turmkeller waren ordnungsgemäß verschlossen“, berichtet Alfred Uloth von der Burgberggemeinde. Lediglich ein Strick zeugte von der Tat: Er war in etwa fünf Metern Höhe am Fensterkreuz des Turms befestigt und hing bis zum Boden. Eine Leiter lag im Treppenhaus, eine Sprosse des Fensterkreuzes war aus ihrer Verankerung im Mauerwerk gerissen. Und die Stromversorgung für die Kerze war in einer Steckerleiste unterbrochen.

„Wir vermuten, dass es jemand war, der mit Bergsteigerei zu tun hat“, so Uloth. Denn das Seil sei fachmännisch mit einem Seemannsknoten an der Sprosse befestigt worden.

Seil und Leiter werden bei der Montage der Kerze benötigt und deshalb im Turm gelagert, schildert Uloth. Sie blieben regelmäßig bis zum Abbau der Kerze im Januar auf der Burg. Wie jetzt jemand an all das im verschlossenen Turm gelangen konnte, sei fraglich. Eines steht für Uloth jedenfalls fest: „Eine Räuberleiter bis in fünf Meter Höhe und das Aufdücken der Sprosse sind ohne festen Halt nicht möglich.“

Für den Turm existierten nur drei Schlüssel. Am 18. Dezember sei dieser bis zum Vorfall zum letzten Mal verriegelt worden. „Es ist deshalb ausgeschlossen, dass jemand versehentlich eingesperrt wurde und sich auf diesem Weg befreit hat“, so der Vorsitzende der Burgberggemeinde, der glaubt, dass sich jemand einfach einen Scherz erlauben wollte.

Anzeige wird die Burgberggemeinde nicht erstatten. Es sei schließlich nichts beschädigt worden, die Sprosse des Fensterkreuzes werde der Verein wieder reparieren. Zum Miträtseln lädt Uloth die Homberger dennoch ein. Denn wann kam es schon einmal vor, dass die Burgkerze einen Abend lang nicht leuchtet. Richtig. In 21 Jahren noch kein einziges Mal. Bis jetzt. (Chantal Müller)

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