Bärin Onni hat unerwartet Nachwuchs bekommen 

Drei kleine Überraschungsbären im Wildpark Knüll geboren

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So groß wie Meerschweinchen: So sahen die drei Bärenjungen aus, als sie bei einer Kontrolle des Geheges im Februar gefunden worden. Inzwischen wiegt jeder der Braunbären um die vier Kilo. 

Sie waren zwar nicht geplant, sind aber dennoch willkommen: Im Wildpark Knüll im Schwalm-Eder-Kreis sind jetzt überraschend drei Bärenjunge zur Welt gekommen.

Das Trio wurde bei einer Routine-Kontrolle des Geheges entdeckt, zu dem Zeitpunkt wogen die drei Bärenbabys zwischen 300 und 600 Gramm. Mittlerweile haben sie ordentlich zugelegt, ein jedes bringt jetzt schon vier Kilo auf die Waage. Zu sehen aber sind die Tiere noch nicht. Zum einen ist der Wildpark noch wegen Schäden von Sturm Eberhard für Besucher gesperrt, zum anderen sind die Bären noch zu jung. Erst Mitte April sollen die drei im Vorgehege mit Geräuschen und der Umgebung vertraut gemacht werden. Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich ist zuversichtlich, dass alles klappt wie geplant. „Wir gehen von einem normalen Entwicklungsverlauf bei den Jungtieren aus.“

Dass die Bären im Februar unerwartet im Gehege von Braunbärin Onni gefunden wurden, bezeichnet Landrat Winfried Becker nicht als „Unfall“, sondern vielmehr als „positive Überraschung“. „Wir sind keineswegs unglücklich über die Bären.“

Denn die Geburt sei genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt: Die Bäreneltern Onni und Balu leben bald mit dem neuen Wurf allein im Gehege, es gibt keine anderen jungen Bären. Genau das war dem vorigen Wurf zum Verhängnis geworden, denn Onni hatte sich nur um die älteren und nicht um die jüngeren Bären gekümmert. Die waren früh gestorben.

Archiv-Video: Bärenbaby im Wildpark Knüll (2016)

Wildpark Knüll: Bärenbabys sollen in zwei Jahren umziehen

Jetzt aber seien die Voraussetzungen für ein unkompliziertes Aufwachsen der Jungtiere gut, hieß es  bei einer Pressekonferenz im Wildpark. Dort werden die jungen Bären übrigens nicht auf ewig bleiben: In gut zwei Jahren will der Wildpark ein neues Zuhause für die Bären finden. Dass das gelingen wird, daran hat Dr. Fröhlich keinen Zweifel, in vielen Tierparks seien die Bärenbestände überaltert, zudem sei der Wildpark Knüll einer der wenigen, in der Bärennachwuchs zur Welt komme.

Dass die Schwangerschaft der Bärin nicht bemerkt wurde, habe zwei Ursachen: Zum einen seien die Bären zurzeit des Winterschlafs geboren worden, zum anderen sei einer 220 Kilo schweren Bärin nicht anzusehen, wenn sie drei Junge mit einem ungefähren Gewicht von insgesamt eineinhalb Kilo trage.

Bärenbabys im Wildpark Knüll: Bärenmutter soll sterilisiert werden

So gut die bärige Überraschung aber auch bei den Besuchern ankommen wird – jetzt werde man doch über eine Sterilisation von Bärin Onni nachdenken. Bislang habe man den schweren Eingriff bei dem Tier vermeiden wollen, sagte Landrat Becker.

Der Wildpark Knüll setzt 2019 auf Bewährtes wie Wolfsnächte und Vollmondführungen, geht aber auch neue Wege. In diesem Jahr stellt er ein Tier in den Mittelpunkt, das polarisiert wie sonst nur noch der Wolf: Viele Veranstaltungen drehen sich um den Waschbären. Im vorigen Jahr entstand ein neues Gehege, in diesem Jahr gibt es viele Infos und Aktionen rund ums Thema Waschbär. Aber auch Open-Air-Kino-Abende, Brunftführungen, Gottesdienste und Halloween-Feste stehen an.

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