"Sind keine Säufer": Burschenschaft Holzhausen kämpft gegen Vorurteile

Burschenschaft ärgert sich über Vorurteile: (vorne von links) Norman Bocek, Carina Brozat, Sebastian Hentschel. Dahinter von links Ariane Möller, Laura Wenderoth, Sascha Simmen, Robert Schlecht, Can-Marcel Tunc. Foto: Laumann

Holzhausen. Sie wollen mit einem Vorurteil aufräumen und kämpfen zugleich für den Erhalt ihrer Gemeinschaft: Die Mitglieder der Burschenschaft Holzhausen.

Sie haben es satt, dass über sie verbreitet wird, dass sie Saufgelage veranstalten. „Das stimmt nicht“, sagt Laura Wenderoth und ärgert sich. „Wir machen viel für das Dorf“, fügt sie an. Und in Holzhausen sei die Burschenschaft auch akzeptiert.

Die Gruppe sei ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens. „Wir helfen bei Dorffesten, planen die Kirmes oder sind bei Arbeitseinsätzen im Dorf dabei“, sagt Wenderoth. Natürlich feiert die Gruppe auch gerne und ist auch gerne bei Feiern dabei. Dabei werde sicher auch etwas getrunken. „Das machen andere in unserem Alter auch“, sagt Wenderoth. „Deshalb sind wir aber noch lange keine Säufer.“

Seit 1965 gibt es die Holzhäuser Burschenschaft. Wer Mitglied werden will, muss ledig sein, keine Kinder haben und mindestens 16 Jahre alt sein. Ein Aufnahmeritual gebe es nicht. Der Teamgeist werde besonders groß geschrieben. „Wir gehen gerne mal klettern oder gehen bowlen. Wir machen gemeinsame Ausflüge“, sagt sie. Die Hauptaufgabe sieht die Gruppe im Planen der Kirmes, darin, sich für ein schönes Dorf einzusetzen und das Miteinander im Ort zu pflegen. Wenderoth weiß, dass es bei immer mehr Burschenschaften um die Existenz gehe. „Weil auch sie gegen Vorurteile kämpfen.“ Außerdem scheuten viele auch die Verpflichtungen. „Beim Fußball muss man auch zum Training kommen und sich an die Spielregeln halten.“ Bei den Burschenschaften gelte es unter anderem, bei der Kirmes den Thekendienst zu leisten. Für die elf Mitglieder sei das eine echte Herkulesaufgabe. Denn eigentlich brauche man mehr Helfer. Froh ist die Burschenschaft daher über die Unterstützung aus dem Dorf.

Laura Wenderoth hat noch ein Problem ausgemacht: Kirmesveranstaltungen würden nicht mehr so gut besucht, wie noch vor ein paar Jahren. Deshalb hat sich die Holzhäuser Burschenschaft auch etwas einfallen lassen, um die Veranstaltung aufzupeppen und doch die Kirmesatmosphäre nicht zu verlieren.

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