Es wird deutlich teurer:

Abwassergebühr in Homberg wird steigen

Auch Dächer und Plätze werden berechnet: Grundstückseigentümer werden in Homberg bald zur Kasse gebeten. Die Abwassergebühr wird steigen. Foto: Herzog

Homberg. Die Homberger müssen bald tiefer in die Tasche greifen: Die Abwassergebühr wird steigen. Das kündigte Bürgermeister Dr. Nico Ritz bei der Stadtverordnetensitzung an.

Derzeit sei noch nicht klar, wie viel mehr gezahlt werden muss, hieß es dazu aus dem Rathaus. Sicher sei aber, dass es deutlich teurer werde.

Das habe aber nichts mit der schwachen Finanzsituation der Stadt zu tun, erklärte Ritz. Und es gibt für die steigenden Gebühren auch nicht nur einen, sondern gleich drei Gründe:

• „Wir mussten die Kanalisation erneuen und mit jeder Investition steigen die Kosten“, sagte Ritz.

Man habe bislang leider schon viele Millionen Euro investiert und müsse auch noch weiter investieren, hieß es dazu vom Steueramt der Stadt. Es sei für die Berechnung entscheidend, wann eine Baumaßnahme fertig sei. „Dann wird abgerechnet und das geht in die Gebührenkalkulation ein.“ Also: Je weiter man mit den Arbeiten fortschreite, desto höher die Gebühren.

• Der zweite Grund für die Erhöhung hänge mit dem ersten zusammen: Die sogenannten kalkulatorischen Zinsen. „Wenn die Investitionen steigen, dann steigt auch die Zinsbelastung“, sagte Ritz in der Stadtverordnetensitzung. Und Homberg müsse für jeden Cent, den die Stadt ausgebe einen Kredit aufnehmen, hieß es aus dem Steueramt auf HNA-Anfrage.

• Nicht zuletzt spiele auch die Erfassung der Niederschlagsmengen eine Rolle. „Also das Wasser, was versickert“, sagte Ritz. Dazu waren alle Grundstückseigentümer aufgefordert, Fragebögen auszufüllen und an die Stadt zurückzuschicken. So sollte ermittelt werden, wie groß die versiegelten Flächen auf den Privatgrundstücken sind, von denen der Niederschlag ins Kanalnetz gespült wird. Zu den relevanten Flächen gehören auch Dächer, Dachüberstände, Garagen, Zuwege und selbst Treppen.

Es habe jedoch Widersprüche gegen die Berechnungen gegeben, weil versiegelte Flächen kleiner als angenommen gewesen seien. Das bedeute, dass der Beitrag steigen müsse. „Das ist ein selbstverständlicher Prozess“, erklärte Ritz. Denn es ergibt sich eine kleiner versiegelte Grundfläche, nach der die Abwassergebühr neu berechnet werden muss. „Je kleiner die Flächen, desto mehr muss gezahlt werden“, so ein Rathaus-Mitarbeiter.

Einige Grundstückseigentümer hätten ihre Bögen auch noch nicht zurückgeschickt und andere hätten im ersten Durchgang keine bekommen. Mittlerweile habe man neue Bögen rausgeschickt. Daher sei absehbar, dass man die Abwassersatzung anpassen müsse.

Bei den über eine Millionen Quadratmetern öffentlichen Flächen - zum Beispiel bei den Straßen und großen Plätzen wie dem Marktplatz - seien von der Stadtverwaltung zunächst die höchsten Werte (für vollversiegelte Flächen) berechnet worden. Auch diese Werte müsse man nun anpassen. Voraussichtlich Ende Februar werde man wissen, wie viel mehr Grundstückseigentümer zahlen müssen. Derzeit kostet in Homberg der Kubikmeter Schmutzwasser 3,74 Euro und 49 Cent zahlt man pro Quadratmeter auf versiegelte Flächen.

Das Programm in Zahlen

Das Sofortprogramm Abwasser wurde 2006 gestartet und es läuft 2016 aus. Bis dahin werden in Homberg 33,5 Mio. Euro in das Kanalnetz geflossen sein. Jährlich werde immer mehr fertig gestellt und somit steigen die Gebühren. Das kommt so zustande: Allein 2015 sollen 3,5 Mio. Euro aus dem Sofortprogramm verbaut werden. Dafür würden etwa 60.000 Euro Abschreibungen anfallen plus der kalkulatorischen Zinsen.

Von Maja Yüce

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