Zwei Mitarbeiter verletzt

Gefahrgutunfall in Homberg: 800 Liter ätzender Flüssigkeit ausgelaufen

Homberg. In der Halle der Logistikfirma „System-Transport auf Rädern“ (STaR) im Homberger Gewerbegebiet in der Rudolf-Diesel-Straße ist es in der Nacht zu Freitag zu einem Gefahrgutunfall gekommen.

Dabei wurden zwei Mitarbeiter verletzt. Es handelt sich um einen 41-Jährigen aus Homberg und einen 50-Jährigen aus Knüllwald. Sie klagten über Übelkeit und Kreislaufschwäche und wurden nach Angaben der Polizei in das Klinikum in Schwalmstadt eingeliefert.

Aktualisiert um 13.30 Uhr

Der Homberger habe das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen, der Knüllwalder solle einen weiteren Tag zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, sagte Pressesprecher Markus Brettschneider.

Schon wegen der Tatsache, dass es Verletzte gegeben habe, werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Auch das Amt für Arbeitsschutz sei eingeschaltet. Eine Gefahr für die Homberger Bevölkerung hat nach Einschätzung der Polizei zu keiner Zeit bestanden.

Beim Verladen eines Flüssigkeitscontainers mit einem Gabelstapler war der Container beschädigt worden, berichtete die Polizei. Es traten 800 Liter des ätzenden Stoffes Caesiumhydroxid aus. Der Unfall hatte sich gegen 23.45 Uhr ereignet.

Da zum Zeitpunkt der Beschädigung nicht sofort klar war, um welche Flüssigkeit es sich handelte, seien alle 29 Mitarbeiter aus dem weiten Bereich um den havarierten Behälter evakuiert und Erste-Hilfe-Schritte eingeleitet worden, berichtete STaR-Geschäftsführer Jens Bottenhorn.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen hätten den ausgelaufenen Stoff mit Pulver gebunden, berichtete die Polizei. Weitere Flüssigkeit sei in die vorhandenen Auffangschächte der Firma gelaufen, es wurde von einer Spezialfirma entsorgt. Der Einsatz war gegen 2 Uhr beendet.

Hintergrund: Erinnerungen an Giftgastwolke

Feuerwehrleute in futuristisch aussehenden Schutzanzügen – diese Bilder wecken in Homberg böse Erinnerungen, wenngleich der Unfall am Donnerstagabend offenbar deutlich weniger gravierend war.

Auf dem Gelände der Spedition CTL kam es in der Nacht zum 17. Februar 2011 zu einem Gefahrgutunfall, bei dem aus einem Fass 30 Liter einer giftigen Flüssigkeit (Phenylmercaptan) ausgelaufen waren. Der Stoff verflüchtigte sich und stieg in einer Wolke auf. 42 Menschen wurden damals verletzt in Kliniken gebracht. In der Stadthalle war ein provisorisches Versorgungszentrum eingerichtet worden. Später meldeten sich auch Feuerwehrleute mit gesundheitlichen Problemen. (hro)

Rubriklistenbild: © Peter Zerhau

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