Rezepte für die Zukunft?

Homberg gewinnt bei Wettbewerb mit Projekt „Ideenküche“

Ort für gemeinsames Kochen: Im Erdgeschoss der Löwenapotheke soll eine große Gemeinschaftsküche mit langer Tafel eingerichtet werden.
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Ort für gemeinsames Kochen: Im Erdgeschoss der Löwenapotheke soll eine große Gemeinschaftsküche mit langer Tafel eingerichtet werden.

Die Stadt Homberg zählt zu den Siegern des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“. 10 000 Euro gibt es dafür vom Land Hessen für das Projekt „Ideenküche – Rezepte für die Zukunft“.

Homberg – Kaum etwas kann wohl für so viel Austausch sorgen wie das gemeinsame Kochen und Essen. Für viele Familien ist mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag ein Muss – das Zusammenkommen am Esstisch und in der Küche sorgt für Geselligkeit.

Die Küche ist schließlich nicht umsonst der beliebteste Treffpunkt auf Partys und WG-Feiern. Die Stadt Homberg will mit ihrem Projekt „Ideenküche – Rezepte für die Zukunft“ genau das – nur eben in einem größeren Maßstab.

Sie zählt zu den Siegern des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“, der Projekte unterstützt, die Innenstädte vitalisieren und deren Attraktivität steigern wollen. 10 000 Euro gibts dafür vom Land Hessen.

Mehr als 50 Städte und Gemeinden aus Hessen hatten sich beworben, 17 wurden schlussendlich ausgewählt. „Sie alle haben kreative Antworten auf die Frage, wie es mit unseren Innenstädten weitergehen kann und wie wir sie beleben können“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

Mit dem Projekt „Ideenküche“ sind in Homberg drei Aktionen zum Thema Kochen verbunden

Homberg überzeugt mit der Idee, drei Aktionen zum Thema Kochen umzusetzen. Geplant sind laut Mitteilung eine Marktküche, die die Projektbotschaft transportieren soll; eine Pop-up-Küche (kurzfristige Einrichtung, die in leeren Räumen betrieben wird) soll für Betriebsamkeit in leerstehenden Ladenlokalen sorgen.

Unter dem Schlagwort Kulturhäppchen wollen die Macher neue Anreize für Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffende geben, um auf „kreative Art und Weise“ zu kooperieren.

Dabei legt die Stadt nicht zuletzt vor allem Wert auf das Essen: An Markttagen soll eine mobile Küche auf dem Marktplatz aufgebaut, es soll gekocht und gegessen werden, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Das soll auf das Projekt aufmerksam machen und gleichzeitig wollen wir eine Verknüpfung zwischen den Themen Kochen und regionalen Produkten herstellen.“

Die Pop-up-Küche entsteht bereits in der Löwenapotheke. Die temporäre Küche spiele beim Summer of Pioneers eine Rolle, bei dem ab Mai 20 Digitalarbeiter aus Deutschlands Großstädten in Homberg leben und arbeiten werden.

Geld aus dem Landeswettbewerb bietet die Möglichkeit, die Aktionen möglichst professionell darzustellen

Aber nicht nur: Sollte es das Pandemiegeschehen zulassen, könnte sich die Pop-up-Küche auch zum Treffpunkt für Homberger entwickeln, die dort einfach vorbeischauen können, sagt der Bürgermeister. „Jetzt geht es darum, die Möglichkeiten dafür zu schaffen.“

Mit dem Geld aus dem Landeswettbewerb bestehe die Möglichkeit, die Aktionen möglichst professionell darstellen zu können, so Ritz. Denn vor allem die dritte Aktion – der Kulturhappen – verspricht einigen organisatorischen Aufwand. „Wir wollen Menschen aus dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Kultur zusammenbringen“, erklärt Ritz. Und zwar mit einem Fünf-Gänge-Menü in der Stadt.

„Die Idee ist verbunden mit der Hoffnung, dass sich im Sommer wieder kleine Gruppen von maximal zehn Personen treffen können.“ Dann seien für Sommer und Herbst vier Abende geplant, an denen ein Fünf-Gänge-Menü an verschiedenen Stationen in der Stadt angeboten werden soll – zubereitet von Köchen aus der Region und untermalt von Kulturschaffenden.

Während die Vorspeise dann etwa im Modehaus Griesel serviert werden könnte, gäbe es das Dessert beispielsweise im Heimatmuseum, skizziert Ritz. „Wir wollen damit ein bisschen Mut und Optimismus für einen Neustart verbreiten.“

Von Chantal Müller

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