Modell ist fertig

Eintauchen in die Homberger Klosterwelt: Arbeiten am Modell für das Heimatmuseum sind nach vier Jahren beendet

Auf dem Bild sind zwei Männer zu sehen. Sie sitzen vor einem Modell. Der linke Mann hat einen Bart, beide tragen eine Brille.
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Setzten sich für den Bau des Homberger Klostermodells ein: Karl Otto Schmitt und Volker Kehl recherchierten die Grundlagen zu dem Kloster, aus dem der Stadtteil „Im Kloster“ entstand.

Volker Kehl und Karl Otto Schmitt sind glücklich. Nach vier Jahren Arbeit können sie sagen: „Wir haben es geschafft.“ Die Arbeiten am Klostermodell sind beendet – und damit ist auch eine Lücke in der Homberger Geschichte geschlossen, finden die Initiatoren.

Homberg - Wo heute nur noch das Nonnenhaus steht und Reste einer Mauer, die den Klosterbezirk abgrenzte, stand vom 13. Jahrhundert an ein kleines Viertel aus Mühlen, Friedhof, Herrenhaus und Wohnhäusern, die zum Klosterbesitz gehörten. In mühevoller Arbeit recherchierten Kehl und Schmitt all diese Details, liefen Grundstücksgrenzen ab, schauten sich alte Grundmauern an. „Das haben wir als Grundlage für das Modell genommen“, sagt Kehl.

Schritt für Schritt

Herangetastet haben sie sich mithilfe alter Rechnungen und Urkunden. So gebe es etwa eine Rechnung über die Reparatur des Stegs, der die Nonnen trockenen Fußes vom Kloster zur Kirche führte. „Dann wussten wir, dass es ihn gab. Er konnte am Gebäude nur an einem bestimmten Ort angebracht gewesen sein“, so Schmitt.

Schritt für Schritt tauchten sie in die Welt des Klosters ein, entdeckten Schriftstücke, die Grundstücke eindeutig dem Kloster zuwiesen, erfuhren, dass die alte Walkmühle zwar nicht aus dem 13. Jahrhundert stammt, aber dennoch zum Besitz gehörte. So gehen sie davon aus, dass das Homberger Kloster, das von 1225 bis zur Reformation existierte und von Prämonstratenser Chorfrauen bewohnt und bewirtschaftet wurde, eines der ärmeren Klöster in der Region war.

Damit die beiden Hobbyhistoriker das Modell aber zur Essenz zweier Ausstellungen im Heimatmuseum machen konnten, war die Hilfe von Frank Lindekamm nötig: Er trug mit computergestützten Systemen dazu bei, das Kloster und dessen Wirtschaftsgebäude wieder entstehen zu lassen, berichtet Kehl.

Das war unheimlich viel Arbeit.

Karl Otto Schmitt, Modellbauer

Modellbauer Alexander Graf baute diese versunkene Welt über zehn Monate hinweg Stück für Stück und mit viel Liebe zum Detail wieder auf: Da stehen strohgedeckte Häuser neben Feldern, die mit winzig kleinen Kohlköpfen versehen sind und das Beinhaus auf dem Friedhof, der natürlich einige Grabsteine besitzt – alles im Maßstab 1:100. „Das war unheimlich viel Arbeit“, berichtet Schmitt.

Dass das Klostermodell so detailgetreu wieder aufgebaut werden konnte, ist der Hartnäckigkeit Kehls und Schmitts zu verdanken. Ursprünglich sollte den Modellbau eine andere Firma übernehmen.

Das Modell hat 5000 Euro gekostet

„Die hat uns aber so lange hingehalten, bis wir die Arbeiten sehen wollten“, sagt Kehl. Erst dann habe das Unternehmen zugegeben, noch gar nicht angefangen zu haben. So konnten die Arbeiten an Graf übergeben werden, der das Museum online über die Fortschritte auf dem Laufenden hielt.

In zwei Teilen wurde das 5000 Euro teure Modell, das ausschließlich über Spenden finanziert wurde, geliefert, nun steht es als eines im dritten Stock des Heimatmuseums. Es zeige anschaulich, wie es zur Entstehung des Stadtteils „Im Kloster“ kam, wie ein mittelalterliches Kloster aufgebaut war und arbeitete. „Es ist wunderbar geworden“, finden die Männer. (Chantal Müller)

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