Homberg: Lokaler Stromversorger beliefert auch die Stadtteile

Homberg. Jetzt ist es amtlich: Die Homberger Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (kbg) betreibt ab dem 1. Januar kommenden Jahres nicht nur das Stromnetz in Hombergs Kernstadt, sondern auch das für die 20 Stadtteile.

Die Unterschriften, die Bürgermeister Dr. Nico Ritz und kbg-Geschäftsführer Wolfgang Imberger jetzt unter die Verträge setzten, stellten den Abschluss eines langen Prozesses dar.

?Was heißt es, dass die kbg fürs Stromnetz in den Stadtteilen verantwortlich ist?

!Das heißt, dass das Netz ab dem nächsten Jahr aus dem Eigentum der Eon in das des Homberger Energieversorgers wechselt.

?Klingt total einfach. Wie geht das?

!So einfach ist das gar nicht. Die kbg muss bis 2017 die Netze umstricken, durch die der Strom ins komplette Gebiet der Kreisstadt fließen soll: Anschlüsse müssen gesetzt, Transformatoren verlegt, die Stromautobahn damit neu geordnet werden.

?Was bedeutet das denn für die Stromkunden in den Homberger Stadtteilen?

!Erstmal gar nichts, die Kunden bekommen von diesen Arbeiten nichts mit. Das einzig sichtbare Zeichen für sie wird vorerst sein, dass die kbg die Stromzähler übernimmt und sie mit ihrem Aufkleber versieht.

?Was ist mit den Stromlieferverträgen?

!Die bleiben unverändert, niemand bekommt ab 2017 automatisch und ungefragt Strom von der kbg. Wer Strom und Gas aus der Hand des Homberger Versorgers beziehen will, muss aktiv werden und wechseln.

?Ab wann kann man wechseln?

!Ab sofort. Auch wenn es noch in bisschen hin ist bis zum nächsten Jahr: Der Wechsel ist schon jetzt möglich.

?Was muss man dafür tun?

!Einen Termin bei der kbg ausmachen, den jetzigen Vertrag mitbringen, den neuen unterschreiben. Um den kompletten Papierkram inklusive Kündigung und Neuanschluss kümmert sich der Homberger Versorger.

?Und ein nahtloser Übergang klappt wirklich? Oder steht man dann für zig Tage ohne Strom da?

!Ja, das klappt. Geschäftsführer Wolfgang Imberger verspricht, dass bei einem Wechsel nirgends die Lichter ausgehen.

?Wer sollte wechseln?

!Diejenigen, die einen örtlichen Versorger mit direkten Ansprechpartnern und kurze Wege wollen.

?Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis nun nach der Kernstadt auch die Stadtteile ans Netz angeschlossen wurden?

!Eigentlich sollte bereits 2012 alles unter Dach und Fach sein. Das aber war an einem langen Rechtsstreit mit Eon Mitte gescheitert, der erst vor dem Bundesgerichtshof endete.

Der gab der Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft Recht, stellte aber auch fest, dass das Vergabeverfahren nicht stimmig gewesen war: Die Stadt musste die Konzessionsvergabe neu ausschreiben, das Parlament dem zustimmen. Der Energiebereich ist ein hochsensibler Markt.

?Muss man sich schon jetzt alles merken oder gibt es demnächst noch mehr Infos?

!Ja, es sollen weitere Infos folgen. Die kbg will im Laufe des Jahres in den Homberger Stadtteilen mehrere Informationsveranstaltungen anbieten.

Auf jeden Fall werden die Einwohner noch mehr Details erfahren.

Von Claudia Brandau

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