Motorsport

Wernswiger Motorsportclub feiert 70-jähriges Bestehen

Höhepunkt im Dorfleben in den 1950er-Jahren: von links Fahrer Walter Kurz, ein laut Verein unbekannter Mitfahrer, Karl Rohde und Walter Ruhland bei einem Geschicklichkeitsturnier auf dem Wernswiger Sportplatz.
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Höhepunkt im Dorfleben in den 1950er-Jahren: von links Fahrer Walter Kurz, ein laut Verein unbekannter Mitfahrer, Karl Rohde und Walter Ruhland bei einem Geschicklichkeitsturnier auf dem Wernswiger Sportplatz.

Donnernde Motoren, Geschicklichkeitsturniere, Motorradrennen, Orientierungsfahrten im Auto und Cabrioausfahrten – all das ist der Motorsportclub Wernswig. Er feiert sein 70-jähriges Bestehen.

Wernswig - Doch der Motorsportclub Wernswig ist für die Mitglieder vor allem: eine Gemeinschaft. Am 21. Januar 2021 feiert der Verein seinen 70. Geburtstag. Ganz coronakonform ohne rauschendes Fest.

Als 13 unerschrockene Männer bezeichnet 1. Vorsitzender Peter Dewald jene Menschen, die am 21. Januar 1951 in der Gastwirtschaft Zur Linde in Wernswig zusammenkamen, um einen Verein zu gründen. Georg Otto wurde zum Vorsitzenden gewählt und sollte 28 Jahre lang die Geschicke des Vereins leiten. 1951 und damit sechs Jahre nach Kriegsende begannen die Mitglieder mit Motorrädern Rennen zu fahren. „Das waren brave Familienväter“, sagt Dewald. Und die drehten bei den Geländerennen richtig auf. Aus allen Motorsportclubs der Region gründete sich eine nordhessische Vereinigung. Die organisierte die Wertungsläufe.

Motorsportclub Wernswig: Geschicklichkeitsturniere waren die Höhepunkte in den 50er-Jahren

Die Höhepunkte im dörflichen Leben der 1950er-Jahre: Geschicklichkeitsturniere auf dem Sportplatz. Heinz Schäfer und Willy Ehl wurden gar für ihre Leistungen durch die Fahrzeughersteller NSU und Zündapp ausgezeichnet. Ein aufregendes Jahrzehnt, sagt der Vorsitzende. Ein Jahrzehnt, in dem die Aktivitäten des Vereins aber vorerst ein Ende fanden. Gründe dafür findet Dewald im Umstieg vom Motorrad auf das Auto und die Verschärfung von Genehmigungsverfahren. Es gab keine Wertungsläufe mehr, die Wernswiger schlossen sich nicht wie der Homberger Motorsportclub dem ADAC an. „Das führte auch zu einem Rückgang der Mitgliederzahlen.“ Doch der harte Kern blieb. Über neue Mitglieder, die 1969 und 1972 dazustießen, habe der Verein reaktiviert werden können.

Der MSC bot Orientierungsfahrten für Jedermann, die Geschick im Umgang mit dem Auto, beim Karten lesen und dem Lösen von Praxis- und Logikaufgaben forderten. Schließlich griff der Verein das Thema Geschicklichkeitsturnier mit Autos neu auf. „Die Leute sollten immer etwas mitnehmen, was sie in der Praxis umsetzen können“, so Dewald. So mussten Aufgaben wie seitwärts Einparken und Erste Hilfe bei Unfallopfern umgesetzt werden. Das wirkte. Zumindest, bis die Mitglieder erneut ausblieben. Der Verein, bei dem die Kameradschaft laut Dewald ganz oben auf der Agenda steht, stellte sich neu auf. „Mit nur noch 22 Mitgliedern und einem katastrophalen Altersdurchschnitt.“

Motorsportclub Wernswig heute: Angebot für Cabriofahrer trifft Nerv der Zeit

Auto und Motorrad weiterhin im Mittelpunkt, suchte der Verein nach einer Nische. „Mit einem Angebot für Cabriofahrer haben wir den Nerv der Zeit getroffen.“ Gemeinsam geht es jetzt zum Beispiel in den Einbecker PS-Speicher. Mit 33 Mitgliedern und einem Altersschnitt von 55 Jahren – vorher lag er bei über 70 – sei der Verein gut aufgestellt, so Dewald, der den Gründungsvorsitzenden Otto überholt hat. Dewald steht seit nunmehr 30 Jahren an der Spitze des Wernswiger Motorsportclubs.

Von Chantal Müller

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