Seine Arbeit prägte Homberg

Nachruf: Hombergs Altbürgermeister Horst Gunkel starb mit 93 Jahren

Bis ins hohe Alter aktiv: Horst Gunkel (rechts) mit Professor Dr. Wolf-Rüdiger Engelke in einer Piper am Flugplatz Mosenberg im Jahr 2011.
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Bis ins hohe Alter aktiv: Horst Gunkel (rechts) mit Professor Dr. Wolf-Rüdiger Engelke in einer Piper am Flugplatz Mosenberg im Jahr 2011.

Immer einen Spruch auf den Lippen, immer eine Geschichte auf Lager – langweilig wurde es mit Horst Gunkel, Altbürgermeister von Homberg, wohl nie. Nun ist er mit 93 Jahren gestorben.

Homberg – Der Homberger Altbürgermeister war für seine flammenden Reden bekannt. Noch vor drei Jahren auf seinem 90. Geburtstag erheiterte er seine Gäste mit seinem Sinn für Rhetorik. „Er war begeisternd“, sagt Landrat Winfried Becker.

Umso leiser ist nun sein Abschied: Horst Gunkel ist in der vergangenen Woche im Alter von 93 Jahren gestorben.

Die Nachricht traf viele Homberger. Wegbegleiter beschreiben ihn als zupackenden Menschen, als lebensfroh, ein Menschenfreund sei er gewesen, berichtet Becker. Vor allem seine charmante Art, sein Wortwitz, seine Freundlichkeit und Spontanität machten Horst Gunkel für seine Freunde und Bekannten zu dem, was er war: Ein Mensch, dessen Anwesenheit und Meinung man schätzte.

Nachruf Horst Gunkel: 24 war er Bürgermeister von Homberg

Der Sozialdemokrat Gunkel prägte jahrzehntelang das Stadtgeschehen. 24 Jahre lang war er Bürgermeister von Homberg, wurde 1966 mit zehn Stimmen der Stadtverordnetenversammlung in das Amt gewählt. „Ich liebe keine Winkelzüge und keine Tricks“, sagte Gunkel, der zuvor Verwaltungsgerichtsrat war, zu Beginn seiner Amtszeit.

Herausforderungen scheute er nicht: Da war etwa die Gebietsreform des Landes Hessen und damit die Eingemeindung von 20 bis dahin selbstständigen Gemeinden in Stadtteile Hombergs und die Einführung einer Bauleitplanung. Gunkel engagierte sich für den Bau eines Stadions, das Anlegen eines neuen Friedhofs und die Sanierung der Kernstadt.

Nachruf Horst Gunkel: Wiedergewählt für zwölf Jahre

1972 wurde Gunkel wiedergewählt – für zwölf Jahre. Vom Regierungspräsidenten hatte es dafür eine Ausnahmegenehmigung gegeben. Homberg indes steuerte auf einen Höhepunkt zu: Die Stadt wurde 1974 Verwaltungssitz des neugebildeten Schwalm-Eder-Kreises, 1977 erhielt sie den Status Kreisstadt.

1984 erfolgte Gunkels Wiederwahl, zehn Jahre später wurde er zum Ehrenbürger der Stadt gekürt. Vor allem die Ernennung zur Kreisstadt habe viel mit Horst Gunkel zu tun, erzählt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Er hat bei schwierigen Entscheidungen oft den richtigen Zeitpunkt getroffen.“ Diese strategische Weitsicht sei bewundernswert gewesen.

Nachruf Horst Gunkel: Auch nachdem er seine Ämter niedergelegt hatte, blieb er präsent

Es ist aber nicht nur das Homberger Stadtgeschehen, das Gunkel am Herzen lag: „Er war auch auf Kreisebene sehr aktiv“, sagt Becker. 19 Jahre lang gestaltete Gunkel als Mitglied des Kreistages und Kreistagsvorsitzender (1974-1977 und 1985-1993) den Schwalm-Eder-Kreis mit. Dem Haupt- und Finanzausschuss stand er von 1977 bis 1984 vor. Von 1977 bis 1985 war er für den Landkreis Mitglied in der Regionalversammlung Nordhessen.

Auch nachdem der gebürtige Südhesse seine Ämter niederlegte, blieb er aktiv. Die Homberger trafen ihn auf Neujahrsempfängen und Veranstaltungen. Im SPD-Ortsverein war er 64 Jahre lang Mitglied.

Seine Arbeit wurde geschätzt, so Ortsvereinsvorsitzender Martin Herbold. „Er war jemand, der auch im hohen Alter noch als Berater dabei war. Mit scharfen Gedanken und klarer Stimme.“ Horst Gunkel hinterlässt seine Frau und eine Tochter.

Von Chantal Müller

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