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Paar aus Homberg verzichtet aufs eigene Auto

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Von: Christine Thiery

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Immer wenn sie ein Auto brauchen, nutzen sie das Carsharing von Regio Mobil. Almuth und Volker Karger.
Immer wenn sie ein Auto brauchen, nutzen sie das Carsharing von Regio Mobil: Almuth und Volker Karger. © Christine Thiery

Almuth und Volker Karger aus Homberg sind vom Carsharing überzeugt. Sie besitzen seit eineinhalb Jahren kein eigenes Auto mehr - und sind trotzdem mobil. 

Homberg – Erst war es ein Experiment, nun hat es sich bereits etabliert: Almuth und Volker Karger vermissen nichts. Sie besitzen seit eineinhalb Jahren kein eigenes Auto mehr. Wenn sie dann doch eines bräuchten, nutzen sie das Carsharing-Angebot Regio Mobil in Homberg. Das Paar betreibt das Café Piazza mitten in der Kreisstadt und kommt mittlerweile sehr gut ohne eigenes Fahrzeug aus.

„Anlass für diese Entscheidung war unser defektes Fahrzeug“, sagt die 58-Jährige. Eine Reparatur lohnte sich nicht mehr und das Paar entschied sich, erst einmal ohne Auto zu leben. Almuth und Volker Karger engagieren sich bei den Homebergern, die sich für ein nachhaltiges Leben auf dem Land einsetzen, und kennen Michael Schramek, den Geschäftsführer von Regio Mobil gut. „Wir sind von seinem Konzept überzeugt, und denken, dass es wirklich nötig ist, weniger Auto zu fahren und so CO2 einzusparen“, so das Paar.

Dreimal pro Woche nutzen Kargers das Carsharing-Angebot in Homberg

Der Stützpunkt des Carsharings in Homberg befindet sich an der Kreisverwaltung. Und diese ist nur etwa 200 Meter vom Wohn- und Geschäftshaus des Paares entfernt. „Wir bekommen immer ein Auto und hatten noch nie Probleme“, sagen sie. Innerhalb von wenigen Minuten sei das Fahrzeug vor Ort und es könne losgehen – ganz unkompliziert. Das Paar nutzt es zum Einkauf, wenn Besorgungen und Wege für Almuth Kargers Mutter gemacht werden müssen, für Familienbesuche bei der Tochter in Bad Hersfeld, aber für den geschäftlichen Großeinkauf in Kassel.

Volker Karger (60) ist Kfz-Meister und Sachverständiger und macht die Woche über Gutachten und muss zu Gericht. Selbst dafür nutzt er nun das Carsharing von Regio Mobil. Etwa dreimal pro Woche mieten die Kargers ein Auto. „Man muss sich anders organisieren“, sagt Almuth Karger. „Wir legen Wege zusammen, damit es sich lohnt.“ Mit der Papierentsorgung aus dem Geschäft werde immer eine andere Fahrt kombiniert, etwa die zur Mutter. Und den Rest erledigen sie meist zu Fuß.

Natürlich lebten sie örtlich sehr günstig. Für ihren täglichen Einkauf haben sie es nicht weit ins Einkaufszentrum Drehscheibe und auch auf dem Marktplatz sind sie schnell. Außerdem seien sie von Dienstag bis Samstag ohnehin fast nur im Laden. Aber auch für den Urlaub hat sich das Paar schon ein Auto gemietet und war damit 14 Tage in Bayern unterwegs oder fuhr auf diese Art mal zum Wellness-Kurztrip. „Ich vermisse das eigene Auto nicht“, sagt Almuth Karger.

Kargers verzichten der Umwelt zuliebe auf ein eigens Auto

Trotz ihres Standortvorteils meinen die Eheleute, die eigene Einstellung spiele eine große Rolle. „Die Klimaprobleme wurden schon vor 30 Jahren erkannt, wir sind die Generation, die es verbockt hat“, sagt Volker Karger. Auf dem Land benötige man sicher ein Auto, aber auf den Zweitwagen könnten mit etwas Organisation sicher einige gut verzichten und so etwas für die Umwelt tun. Für Kargers ist das eigene Auto nie Statussymbol gewesen, sondern ein Gebrauchsgegenstand.

Volker Karger rechnet vor, dass man im Durchschnitt 7500 Euro pro Jahr für ein Auto ausgebe. Anschaffung, Wertverlust, Versicherungen, Steuern, Sprit, Inspektionen und Reparaturrisiko inbegriffen. Wer im Jahr bis zu 10 000 Kilometer fahre, für den lohne sich das Carsharing. Darüber hinaus werde es teurer. „Wir kommen derzeit mit etwa 3500 Euro für das Carsharing aus. Für Kargers rechnet es sich somit, aber sie sagen auch: „Für Vielfahrer macht es keinen Sinn“.

Falls sich Kargers doch noch für ein Auto entscheiden sollten, dann wird es ein Elektro-Fahrzeug sein – da sind sich beide einig. Aber bis dahin möchten sie mit dem Carsharing der Umwelt etwas Gutes tun. „Wir müssen alle verzichten lernen. Die Erde braucht uns nicht, aber wir sie“, sagt Almuth Karger. (Christine Thiery)

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