Auch Umgang mit Gerüchten wird trainiert

Nach Newtown: Wie Schulen mit der Amokgefahr umgehen

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Symbolbild Schule

Schwalm-Eder. Der Amoklauf von Newtown in den USA ist nur der jüngste Fall. Winnenden und Erfurt sind in Deutschland Synonyme der unterschwelligen Bedrohung geworden.

Polizei und Schulen im Landkreis und das Staatliche Schulamt Fritzlar sind auf eine mögliche Amoklage längst gründlich vorbereitet. Solch eine Lage tritt bundesweit jedes Jahr hunderte Male auf. Nach der Greueltat von Winnenden im März 2009 mit 16 Toten zog die Kurve von Amokdrohungen kurzzeitig auch im Schwalm-Eder-Kreis stark an. Zuletzt waren im November 2011 gerüchteweise drei Schulen im Südkreis von Amokdrohungen betroffen.

Markus Brettschneider ( Kripo Homberg) ist der Ansprechpartner für die Schulen. „Die Polizei ist vorbereitet, es gibt Konzepte“, unterstreicht er. Die bleiben aus Sicherheitsgründen geheim, doch werde die Situation hierzulande ohnehin ganz anders betrachtet als in den USA, „wir setzen viel früher an“. Stichworte dazu: Ein sicheres Klima erzeugen, auf Außenseiter achten, Gesprächskultur pflegen.

Inzwischen gibt es an jeder Schule im Landkreis ein Krisenteam, Schulleiter und Lehrer wurden fortgebildet und ein Schulpsychologe ist rund um die Uhr erreichbar, um im Krisenfall helfen zu können.

In Fortbildungsveranstaltungen für Pädagogen geht es um alle Punkte von Einzelheiten bei der Alarmierung, über die Einordnung in Gefahrenkategorien und die Vermeidung von Panik bis zur Beschäftigung von Schülern, erläuterte Schulamtsleiterin Waltraud Credé. Sie betonte besonders die wichtige Rolle der Schulpsychologen jenseits der Polizeiarbeit, denn Amokdrohungen und -gerüchte sind nicht selten. Treten sie auf, ist die Gefahr einer Traumatisierung in der Schulgemeinde groß. Bei der hessischen Polizei wurden allein 2009 über 200 Amokdrohungen gemeldet. Die tatsächliche Anzahl dürfte weit darüber liegen.

Von Anne Quehl

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