Über 25 Jahre vielfältig genutzt

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Attraktives Gebäude für viele Anlässe: Die Homberger Stadthalle besteht seit nunmehr 25 Jahren.

Das Jahr 1991 hinterließ Spuren – in der Welt mit dem Golfkrieg, in Deutschland mit Chancen und Problemen der wenige Monate zuvor vollzogenen Einheit –und in Homberg mit der Fertigstellung der neuen Stadthalle.

Das Gebäude an der unteren Ziegenhainer Straße bot fortan nicht nur Räumlichkeiten für Unternehmensveranstaltungen, Vereinstreffen, Privatfeiern sowie kommunale Sitzungen. Insbesondere eröffnete sie Möglichkeiten, Künstlerisches aus der Region zu präsentieren und mittels attraktiver „Kulturtransfers“ zugleich namhafte Künstler in die nordhessische Region zu bringen. Ob Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, Tanz, Kabarett, Kleinkunst oder Konzerte unterschiedlichster Couleur: Angesichts vielseitiger Angebote aus diversen kulturellen Genres hieß es ab 1991 – nicht nur – für die Kreisstädter: „Kultur erleben“.

Visionär mit Durchsetzungsvermögen

Zu verdanken ist das dem Homberger Georg Ritter: Bereits zu Beginn der 80er Jahre hatte der Bauingenieur die Vision, das seit 1874 zunächst von der Familie Gude als Schankwirtschaft betriebene, anschließend als Raiffeisen-Warenlager genutzte und später leer stehende, verfallende und nahezu abbruchreife Gebäude mit dem Herzstück des „alten Gudeschen Saals“ zu sanieren und zu einer Stadthalle umzubauen. Trotz beharrlicher Zweifler setzte er sich mit seiner Idee durch und brachte als Gründer und Vorsitzender des „Fördervereins Stadthalle Gudescher Saal“ die Befürworter des Projektes an einen Tisch. Nach mehrjähriger Bauzeit und großer Unterstützung durch die Denkmalpflege sahen sich Ritter und seine Mitstreiter am 19. April 1991 schließlich am Ziel.

Attraktive Räumlichkeiten und gute Geister

 Fortan konnten der große, von einer beeindruckend verzierten Kuppeldecke geprägte Jugendstil-Saal inklusive Bühne ebenso genutzt werden wie zahlreiche Nebenräume, so der kleine Saal mit Theke und Küche im Erdgeschoss sowie Empore, Vereins- und Sitzungssäle im Obergeschoss. Im noch höher gelegenen „Technik-Kabüffchen“ unterm Dach jedoch übernahm nur einer die Regie: Jürgen Harbusch, Hausmeister, Hansdampf in allen Ecken und gute Seele der Stadthalle, sorgte neben vielen weiteren Aufgaben ebenso konsequent wie humoristisch für den guten Ton und rückte das Geschehen im Festsaal stets ins recht Licht. Als Partner der ersten Stunde sorgte auch der 1990 gegründete Homberger Kulturring alljährlich für zahlreiche kulturelle Höhepunkte in der Stadthalle. Mittels Organisation, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit gelang es den emsigen Vereinsmitgliedern unter Vorsitz von Christine Beutelhoff, durch attraktive Veranstaltungen den Besuchern Kunst- und Kulturgenuss in allen Facetten zu ermöglichen.

Abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm

Das gilt auch für die drei Jubiläumstage, deren Gestaltung federführend der Kulturring in Kooperation mit der Stadt Homberg sowie einer Projektgruppe aus Mitgliedern diverser Vereine und Institutionen übernahm.

Freitag, 22. April

Als hochkarätigen Programmpunkt zum Jubiläumsauftakt präsentiert der Kulturring heute ab 20 Uhr ein klassisches Konzert des Kölner Kammerorchesters unter Leitung von David Schultheiß mit Werken von Haydn und Mozart.

Samstag, 23. April

Der morgige Samstag beginnt um 19 Uhr mit einer Feierstunde zum Jubiläum, gesanglich umrahmt von der Homberger Kantorei. Dem folgen unterhaltsame Darbietungen ortsansässiger Vereine. Viele von ihnen nutzen die Stadthalle bereits über Jahr(zehnt)e hinweg zur Präsentation ihrer jeweiligen künstlerischen Darstellungen und gestalten auch das von Allhard Bischof moderierte Programm zum Stadthallengeburtstag mit abwechslungsreichen Beiträgen. So lassen die Mitglieder des gemischten Chores „Cantare Musica“ ihre Stimmen im modernen Chorgesang erklingen, während sich der MGV Liedertafel 1830 Homberg in bewährter Weise volkstümlich präsentiert und zudem gemeinsam mit Dirk Schaller das Homberger Hessentagslied anstimmt. Für anmutiges tänzerisches Flair sorgen die jungen Mitglieder der Ballettschule Mira Schimanski, eher schwungvoll-dynamische Tanzeinlagen bringen die KCV-Showtanzgruppen „Sweet Chicks“ und die berüchtigten „Rabauken“ aufs Bühnenparkett. In einer bezaubernden „Clownerie“ entführt der Nachwuchs der Kleinen Bühne Schwalm-Eder das Publikum mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik in eine Welt ohne Worte. Am späteren Abend schließlich bring das musikalische Gute-Laune-Feuerwerk der „Reiner Irrsinn Show“ die Gäste auf Betriebstemperatur. Wenn der Hauptakteur im unverzichtbaren Flokati-Outfit mit seinen Sängerinnen einen Stimmungshit nach dem anderen zündet, dürfte eines klar sein: Das wird eine lange Jubiläumsnacht!

Sonntag, 24. April

Während am Sonntag auf dem Stadthallen-Parkplatz die Rettungsorganisationen „auffahren“, informieren im Innenbereich diverse Vereine, Organisationen und Institutionen über ihre Aktivitäten. Für die passende Unterhaltung sorgen Spiel- und Bastelspaß mit der Stadtjugendpflege, Schminkvergnügen der Kita Osterbach, ein szenisches Improvisationstheater der Kleinen Bühne Schwalm-Eder, sportliche Vorführungen der Homberger Turnerschaft sowie Stadthallen-Führungen, -Ausstellung und -Filmvorführungen. Den musikalisch-darstellerischen Schluss- und Höhepunkt der Feierlichkeiten setzen in einer Gemeinschaftsproduktion die Schüler der Musikschule Schwalm-Eder und der Homberger Stellbergschule mit der Aufführung des sinfonischen Märchens „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew.

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pdf der Sonderseite 25 Jahre Stadthalle Homberg

Damit endet ein Jubiläum, das an drei Festtagen einen Querschnitt dessen präsentiert, was seit nunmehr einem Vierteljahrhundert in der Homberger Stadthalle geboten wird – und hoffentlich noch lange Bestand hat: Ein vielseitiges, unterhaltsames und anspruchsvolles kulturelles Angebot mit traditionellen, originellen und innovativen Beiträgen. (zse)

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