Ronja, Wilma und Felix ziehen um

Wildpark Knüll: Braunbär-Trio wird flügge

Eine Runde planschen: Auch die eher winterlichen Temperaturen halten die Bären nicht davon ab, das Futter aus dem Teich des Geheges zu fischen.
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Eine Runde planschen: Auch die eher winterlichen Temperaturen halten die Bären nicht davon ab, das Futter aus dem Teich des Geheges zu fischen.

Nach zwei Jahren heißt es nun bald Abschied nehmen: Das Baunbär-Trio Wilma, Ronja und Felix verlässt den Wildpark Knüll. Für sie geht es in zwei Tierparks im Harz und am Niederrhein.

Homberg – Wenn Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich und sein Team nächste Woche den ersten der drei Bärenjunge verabschieden müssen, wird wohl kaum ein Auge trocken bleiben. „Wir werden sie vermissen“, sagt Fröhlich. Wie emotional es für den Wildparkleiter wird, macht sich im Gespräch bereits bemerkbar. Felix, Ronja und Wilma ziehen aus – weg von Mama Onni und Papa Balu und rein in die erste eigene WG.

Die Tiere werden im Tierpark Thale sowie dem Wildpark Anholter Schweiz ein neues Zuhause finden und dort etwa mit Polarfüchsen zusammenleben.

Als Wilma, Ronja und Felix vor zwei Jahren auf die Welt kamen, waren sie eine kleine Überraschung. Das Braunbär-Trio kam unerwartet, denn Bärenmama Onni bekam eigentlich die Pille. Nach der Winterruhe lag der süße Nachwuchs im Stroh. Von der Schwangerschaft ahnte 2019 niemand etwas. Das sei bei Bären nur schwer zu erkennen. „Die Bärenmutter wiegt 200 Kilo. Da fallen 1,2 Kilo für drei Junge nicht auf“, sagt Fröhlich.

So groß wie Meerschweinchen waren Ronja, Wilma und Felix kurz nach ihrer Geburt 2019.

Wildpark Knüll: Umzug der Bären steht bevor

Nun sind die Geschwister alt genug, um ohne ihre Mama klar zu kommen. Nach zwei Wintern können sie ihre Eltern verlassen, erklärt Fröhlich. Nächste Woche holen Mitarbeiter des Tierparks Hexentanzplatz Thale Felix ab, der Tierpark baue seinen Bestand auf. Ronja und Wilma ziehen in der letzten Osterferienwoche um. Für sie geht es in den Wildpark Anholter Schweiz, der ein neues Bärengehege aufbaut.

Zu beiden Parks habe der Wildpark Knüll ein gutes Verhältnis. „Es ist klar, dass wir sie dort besuchen werden“, sagt die stellvertretende Parkleiterin Sara Engelbrecht, die mit ihrem Team in diesen Wochen täglich ein paar Minuten länger bei dem Trio verbringt als üblich.

Wildpark Knüll: Wilma, Ronja und Felix sind in der Pubertät

„Als Ronja ganz oben in einem Baumwipfel saß und es stürmte, wollte man sie am liebsten retten“, beschreibt Engelbrecht das Verhältnis zu den Tieren. „Die Bären aufwachsen zu sehen, ist toll.“ Und so können sie und Fröhlich auch aus dem Eff-Eff aufzählen, welche Eigenheiten ihre Schützlinge denn haben. Da ist Ronja, die zwar die Kleinste, dafür aber die Aktivste ist. Sie klettere gerne und manipuliere alles, was ihr in die Pfoten falle.

Wilma fordert ihre Geschwister zu Rauf-Spielen auf. Und Felix? Der ist zwar kräftig, sei aber vorsichtiger als seine Schwestern. „Er war der Letzte, der sich in den Teich getraut hat“, erzählt Engelbrecht.

Spielerisch zeigen sich die jungen Bären ihre Grenzen auf.

Während es den Mitarbeitern schwer fallen wird, die Tiere ziehen zu lassen, die sie zwei Jahre lang begleitet haben, werden die wohl kein Heimweh verspüren. „Onni wird sie vielleicht am ersten Tag suchen, aber das ist schnell vorbei“, sagt Fröhlich.

Entgegen vieler Vermutungen, ziehen die Jungbären nicht aus, weil das Gehege zu klein ist. Braunbär Felix und seine Schwestern sind jetzt in der Pubertät. „Zwischen den Männchen könnte es zu Auseinandersetzungen kommen, wenn Felix geschlechtsreif wird“, sagt Fröhlich. Das solle verhindert werden.

Für Bärenmama Onni und Papa Balu, der noch getrennt von der Familie lebt, herrscht nach dem Auszug trotzdem keine neue Zweisamkeit. Auch wenn in diesem Jahr kein Nachwuchs mehr erwartet wird, sei noch unklar, ob es eine weitere Nachzucht geben soll, so Fröhlich.

Von Chantal Müller

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