Kirchen öffnen ihre Türen: Gottesdienste mit Corona-Regeln und ohne Gesang

Erster Gottesdienst nach Corona-Pause in Homberg

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Freuen sich auf die Besucher des ersten Gottesdienstes in der Homberger Stadtkirche: Pfarrerin Anke Zimmermann und Pfarrer Friedrich Heidelbach.

Am Sonntag finden in vielen Orten erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise im März wieder Gottesdienste statt, so auch in Homberg.

Auch in der Homberger Stadtkirche findet, nach zweimonatiger Corona-Pause, am Sonntag, 17. Mai, das erste Mal seit Mitte März wieder eine Zusammenkunft statt – natürlich aber unter Einhaltung aller geltenden Abstands- und Hygieneregeln, betont Pfarrer Friedrich Heidelbach.

Die Besucher werden vor der Kirchentür, aber ohne Händedruck, begrüßt und zu ihren Plätzen begleitet. Am Eingang steht ein Desinfektionsmittelspender, zudem liegen Anwesenheitslisten aus, in die sich jeder eintragen muss.

Corona-Krise: Gottesdienst mit Schutzmaske

Auch ist das Tagen einer Schutzmaske Pflicht. In den Bänken dürfen immer nur zwei oder drei Menschen sitzen, die Plätze sind alle gut gekennzeichnet. „Vielleicht gehen wir mit all diesen Vorkehrungen ja auch einen Schritt zu weit“, sagt Friedrich Heidelbach, „aber wir wollen unserer Verantwortung in jeder Hinsicht gerecht werden.“

Und so viele Gottesdienste Friedrich Heidelbach auch in seinem Berufsleben schon gehalten hat, so werden die Zusammenkünfte am Samstag um 18 Uhr in der Kirche am Tannenweg und am Sonntag um 10 Uhr in der Stadtkirche ganz besondere sein.

Kein Gesang während Corona

Die Gemeinde kommt zum Hören, Reden, Beten zusammen, aber nicht zum Singen. Zu groß ist die Infektionsgefahr, wenn viele Menschen zugleich tief einatmen, um dann aus voller Kehle zu singen. In Corona-Zeiten braucht es ein neues Konzept, um Musik in die Zusammenkunft zu integrieren.

Ohnehin wird vieles anders sein, wenn die Menschen demnächst wieder regelmäßig in den Kirchen zusammenkommen: „Wir müssen uns trotz aller noch bestehenden Unsicherheiten an die neuen Vorgaben gewöhnen“, sagt Friedrich Heidelbach: „Die Einschränkungen werden ja in vier Wochen dieselben sein.“

Hat bereits erste Erfahrungen mit den neuen Regeln: Pfarrer Peter Göb der katholischen Gemeinde Epheta Homberg/Borken. Archivbild 

Pfarrer Peter Göb hat schon am vergangenen Wochenende Erfahrungen mit den Unsicherheiten und Neuerungen gesammelt, die mit der Pandemie daher kommen.

Der Seelsorger der Christus-Epheta-Gemeinde Homberg/Borken hat Gottesdienste gehalten, für die die Besucher sich telefonisch anmelden mussten. Viele Menschen seien froh um den persönlichen Kontakt gewesen – trotz aller Einschränkungen.

Corona-Krise: Nervosität wegen neuen Regeln

Der erste Gottesdienst unter Corona-Regeln sei auch mit Nervosität verbunden gewesen, denn in den normalen Ablauf der Messe habe er auch das sorgfältige Desinfizieren seiner Hände eingebunden. Eine Handlung, die künftig dazu gehöre: „Die Leute sehen damit, dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen – und auch das ist eine Botschaft.“ Die nächsten Gottesdienste bereite er nun mit mehr Routine und Gelassenheit vor, sagt Göb. Er ist sicher: „Wir werden uns alle an die neuen Abläufe und die Verantwortung gewöhnen.“

Diese Verantwortung gegenüber den Gemeindemitgliedern eint alle Konfessionen. Dekanin Sabine Tümmler beschreibt eine „große Dankbarkeit“ dafür, dass nach Monaten, in denen es nur digitale Angebote der Kirche gab, auch wieder Gemeinschaft in den Kirchen möglich sei – mit allen Abstandsgeboten.

"Menschen haben ein Bedürfnis nach Begegnungen"

„Wir werden nicht zu den alten Gottesdienst-Bedingungen zurückkehren können“, sagt die Dekanin, „aber die Menschen haben ein Bedürfnis nach Begegnungen.“ Möglich machten diese Begegnungen vor allem die Kirchenvorstände, die mit Elan, Kompetenz und Engagement die Voraussetzungen für diese Begegnungen schaffen.

Der 17. Mai ist übrigens der fünfte Sonntag nach Ostern, im Kirchenkalender heißt er Rogate (bitten), ist damit der Bittsonntag. „Er ist damit eine besonders gute Gelegenheit, um Kraft und vor allem um Weisheit für den Umgang mit Corona zu beten“, sagt Sabine Tümmler.

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